Politik und mehr aus Kalletal und Lippe

Aktuelles aus Kalletal und Lippe

Nachstehend finden Sie unsere aktuellen Themen und Berichte.

Gedankensplitter Dezember 2020 (1)

Weitsicht

war der Titel des Gedankensplitters im Juni 2019 zum Thema „Neue Rettungswache Hohenhausen“ von unverkehrt.de (siehe Archiv) und das war wahrlich weitsichtig…  - aber für was und insbesondere für und von wem?

Am 24.10.2020 berichtete die Lippische Landes-Zeitung (LZ) in bekannter Form ohne Nachfragen zum Bau der neuen Rettungswache in Hohenhausen folgendes:

  • Der Kreis hält an seinen Plänen zum Bau der neuen Rettungswache fest, hat sie aber zeitlich verschoben, Auftragsvergabe voraussichtlich 2021.
  • Der Standort an der Rintelner Straße am Ortsausgang Hohenhausen in Richtung Rinteln wird vom Kreis trotz „Kurvenlage“ weiterhin für optimal gehalten.

Der Kreis verweist hier auf die Rettungswache Lemgo und die dort notwendige Ampel - das klingt nun wirklich nicht optimal. (UB01122020)

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Balkongespräche November 2020

Vom Bienengesumm und Windradgebrumm

Sonntag, am 15.11.2020:

Frühstück bei Wolfgang und Lieschen. Es trifft sich nur die Großfamilie. So ist das eben im Corona-November.

Philipp- Rene: Das Wetter ist nochmal extrem gut, darum geht’s nach dem Frühstück zum Waldbaden. Treffpunkt ist am Kirchberg in Varenholz, dann geht’s durch den Wald auf dem Dingelstedtpfad bis Kalldorf. Olli-Manfred und Nicki-Cornelia wollen auch mit, geht ja, weil man draußen Abstand halten kann. Deborah-Veronika als neue Ratsfrau kommt vielleicht auf halber Strecke dazu, fand Olli-Manfred erforderlich und sinnvoll. (HB18112020)

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Gedankensplitter November 2020

Schon wieder Wahlkampf?

Na, das war doch mal wieder eine tolle PR-Veranstaltung in Kalletal. Wir waren nach der Wahl ja fast schon auf Entzug. Aber Anfang November war es endlich wieder so weit: Da zierte das Verwaltungsduo Bürgermeister und Bauamtsleiterin (sie blieb ja dem Kalletal trotz BM-Kandidatur in Dörentrup leider erhalten) wieder die Gazetten bei einem Plattschüppen-Event. 

(ED08112020)

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Gedankensplitter Oktober 2020 – Fortsetzung Kalletaler Special

Der neue Rat tagt am 19. November 2020

Geht doch: Der alte Kalletaler Rat bleibt nun doch nicht für den Rest des Jahres 2020 im Amt. Nachdem unverkehrt.de am vergangenen Samstag über den Sitzungskalender der Gemeinde informierte, sah man sich dort doch genötigt, ihn zu ändern. Am 19.11. findet jetzt tatsächlich die erste Sitzung des neu gewählten Rates statt. Wir stellen fest: Sie lesen uns doch…! Aufgrund der relativ schnellen Korrektur gehen wir auch davon aus, dass die Kommunalaufsicht nicht mit dem Thema befasst war. (ED29102020)

 

Gedankensplitter Oktober 2020

Kalletaler Special:

Der alte Rat bleibt im Amt

Stellen Sie sich vor, es gab Kommunalwahlen und neue gewählte VertreterInnen, aber der alte Rat will einfach nicht gehen. Gibt es nicht, werden Sie denken. Doch: In Kalletal ist offensichtlich alles möglich. 

Lassen Sie sich überraschen. (ED24102020)

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CDU im Kreis Lippe steht vor Kampfabstimmung um Bundestagskandidatur

Vieregge vs. Brakhage

 

Was im Westfalen-Blatt (WB) am 2. Oktober 2020 als Paukenschlag verkündet wurde, lag wohl für jeden Politikinteressierten in Lippe klar auf der Hand: Lars Wilhelm Brakhage, Kreisvorsitzender der CDU Lippe, möchte in den Deutschen Bundestag. Und Kerstin Vieregge, derzeit für Lippe gerade dort vertreten, möchte bleiben

Da werden die Telefone wieder mal heiß laufen - bis am 31. Oktober 2020 in Lemgo die Entscheidung fällt.  (ED13102020)

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Balkongespräche Oktober 2020 (1)

Kalletaler Windwald soll weiterwachsen (2. Fortsetzung)

Nach Kalldorf ist nun Langenholzhausen dran - und das am FFH-Gebiet

 

Sonntag, am 04.10.2020: Erstes Frühstück bei Wolfgang und Lieschen nach der Kommunalwahl. Die Corona-Fallzahlen sind weiter gestiegen (auch in Bad Salzuflen, wo Ulli-Jürgen inzwischen weilt). Da sich weiterhin zwei Familien treffen dürfen, hat Philipp-Rene dafür gesorgt, dass Nicki-Cornelia und Olli-Manfred eingeladen werden. Philipp-Rene ist ziemlich sauer. Lieschen hat wie immer ein wunderbares Frühstück gezaubert.

Lieschen: Ich habe schon mal für alle einen Prosecco eingegossen und wünsche allen ein schönes Frühstück. Wir können froh sein, dass wir bisher von dieser Krankheit verschont wurden.

Philipp-Rene: Das finde ich auch. Scheinbar kommt das Kalletal in Sachen Windräder nicht so glimpflich davon.

(HB07102020)

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Kleine Wahlnachlese

Stellen Sie sich vor, es ist Wahl und nur gut die Hälfte geht hin…

Wie groß ist ein „überwältigender Sieg“? Davon war im Westfalen-Blatt nämlich die Rede beim Ergebnis der Kalletaler Bürgermeisterwahl. Gleich drei von vier Kalletaler Parteien (SPD, Die Grünen, CDU – in der Reihenfolge ihrer Entscheidungsfindung) hatten sich hinter dem Amtsinhaber versammelt, also ein klares Ergebnis war wohl absehbar. (ED27092020)

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Balkongespräche September 2020(2)

Kalletaler Windwald soll wachsen (Fortsetzung)

Samstag, der 5. Sept. 2020: Frühstück bei Lieschen ist angesagt. Die Infektionszahlen mit COVID-19 sind nicht gestiegen. Darum sind Olli-Manfred und Nicki-Cornelia auch gekommen, müssen aber später noch in den Wahlkampf. Ulli-Jürgen ist spät dran - Umzug und was so dazugehört. Lieschen hat das Gewächshaus geplündert und ein Super-Frühstück kreiert. Ulli-Jürgen ist ein wenig traurig, weil er so etwas künftig in der Badestadt vermissen wird.

Philip-Rene: (nachdenklich) Das mit den Windrädern am Dingelstedtpfad zwischen Kalldorf und Erder hat mir doch keine Ruhe gelassen. Leider glaube ich nun auch, dass unsere Kinder am letzten Dienstag Recht hatten.

Ulli-Jürgen: (ein wenig neugierig) Was meinst du damit?

Phillip-Rene: Die planen da wirklich Riesenwindräder.

(HB05092020)

 

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Balkongespräche September 2020 (1)

Kalletaler Windwald soll wachsen

Dienstag, der 01.09.2020, 20:00 Uhr. Sonntag waren die Kinder zum Grillen auf einem Hof im Kalletaler Norden eingeladen. Da war genug Platz, wegen der Abstände in Corona-Zeiten. Darum findet das gemeinsame monatliche Essen dienstags statt. Lieschen hat leichte Kost gezaubert, das späte Essen soll nicht so schwer im Magen liegen.

 

Philipp-Rene: (grinsend) Kinder, wie war das Grillen? Musstet ihr euch auch in Listen eintragen?

Nico-Luis: Das war doch eine Privatfete, da muss man das nicht.

Mia-Chantal: (nachdenklich) So Listen waren da aber. Man sollte unterschreiben, dass man für weitere Windräder ist. Die sollen im Waldgebiet auf den Kuppen zwischen Kalldorf und Erder am Dingelstedt-Pfad gebaut werden. Hab‘ ich aber nicht gemacht.

Philipp-Rene: Das ist bestimmt nur ein Gerücht. Der Kalletaler Bürgermeister hat noch am 27. August in der Ratssitzung berichtet, dass weder die Gemeindeverwaltung noch der Kreis Lippe von solchen Planungen was wissen…

Nico-Luis: Das kann eigentlich nicht sein, meine Freunde haben mir von drei geplanten Riesenwindrädern mit 160 Meter Nabenhöhe erzählt.( HB 02092020)

 

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Neuer Tourismustrend in Kalletal?

(Wind-)waldbaden

Zum Thema Windenergie berichten wir von unverkehrt.de seit vielen Jahren. (siehe Archiv) Zuletzt erschien im März 2020 unser Text „Windkraftchaos, oder doch nicht?“ (siehe weiter unten auf dieser Seite). Die Entwicklung der Windenergie in den letzten 5 Jahren war in Kalletal von Ungereimtheiten geprägt und ist durchaus mit dem bekannten Buch und Film „Unterleuten“ zu vergleichen.

(HB29082020)

 

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Internetseiten der Parteien im Test

Wer die Wahl hat ….

Wählen sollten natürlich am 13. September 2020 alle KalletalerInnnen. Aber wen? 

Seit Kurzem sind auch in Kalletal die Straßenlaternen mit Plakaten voll behängt.

Alle Parteien wollen Radwege, die einen fordern sichere, die anderen mehr…

Alle wollen Klimaschutz.

Alle wollen eine liebenswerte, lebenswerte und zukunftsfähige Gemeinde.

Aber wie wollen sie das konkret erreichen und was meinen sie damit?

Auf den Webseiten der Parteien kann man etwas mehr über die Ziele und die einzelnen Kandidaten erfahren.

(Mit Ausnahme Bündnis90/ Die Grünen, die fordern zwar immer schnelles Internet, aber…)

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Fortsetzung des Artikels: Wer die Wahl hat... Kandidatenfragen....

Wenden Sie sich direkt an Ihre Kandidaten in den Wahlkreisen und an die beiden Bürgermeisterkandidaten. Löchern Sie sie mit Ihren Fragen.

Klartext statt Blabla

Das sollten Ihnen die Bürgermeister- und Ratskandidaten auf jeden Fall beantworten können.

Konkret nachgefragt mit dem vielfältigen Fragebogen von unverkehrt.de.

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In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser,

wir möchten es Ihnen gerne noch einfacher und komfortabler machen unseren Texten zu folgen. Deshalb gibt es, wie Sie hier ja auch schon sehen können, einige Neuerungen. Die Startseite lädt künftig schneller, da Sie hier nur noch den Anriss zu unseren Berichten und Balkongesprächen finden. Und mit dem Download der PDF-Datei sind Sie dann auch schon direkt in der Druckversion.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen mit unseren „etwas anderen News“.

Ihr

Team von unverkehrt.de

 

 

Gedankensplitter August 2020(1)

Was alles so im Wahlkampf rein zufällig passiert…
oder
Hauptsache, die Presse ist beschäftigt…

Montag, der 10.08.2020, Bericht der Lippischen Landeszeitung:

Thron der Lüdenhauser Schützen spendet eine Familienbank für Bürger.

Zur Einweihung kamen der Hofstaat und Vorstandmitglieder des Vereins.

Zufällig war die Anwesenheit des Bürgermeisters bei der Einweihung dieses Geschenkes allerdings sicher nicht. Dazu hatte er denn doch selbst zu viele „Giveaways“ (Werbemittel) dabei. Der amtierende BM brachte rein zufällig einen 1000 Euro Scheck der Finke-Stiftung und zwei Decken mit Gemeindewappen für den Schützenverein Lüdenhausen mit. Sicher ein reiner Zufall, dass der Beirat der Finke-Stiftung ausgerechnet zur Kommunalwahl diesen Zuschuss für den Lüdenhauser Schützenverein beschlossen hat. (der einzige Gegenkandidat für den BM kommt aus Lüdenhausen)

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Wahlkampf in Kalletal ist für die CDU nicht leicht

Von Jägern und Gejagten

In der vorletzten Juli-Woche hatte die CDU-Fraktion Kalletal eine tolle Idee, sie wollte ihre beiden Langenholzhausener Ratskandidaten im Kommunalwahlkampf gegen den mächtigen Langenholzhausener SPD-Familienbetrieb unterstützen und zugleich der TUS-Vorsitzenden, Ehefrau des SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden und neuerdings Ratskandidatin bei „ihrem“ Thema „Kunstrasen für Langenholzhausen“ den Wind aus den Segeln nehmen. Die Pressemitteilung war schnell geschrieben und wurde in der Lippischen Landeszeitung (LZ) am 24. Juli 2020 veröffentlicht. Vollmundig wurde darin ein Antrag für den Rat angekündigt und die Verwaltung aufgefordert schnellstmöglich das Projekt beim Land anzumelden.

Die Reaktion kam prompt, allerdings ging aus CDU-Sicht der Schuss nach hinten los, denn ihre Kandidaten mussten „draußen bleiben“. Der nach eigenem Bekunden parteilose, aber sicher nicht unabhängige Bürgermeister und Kandidat traf sich flugs mit der TuS-Vorsitzenden auf dem Sportplatz in Langenholzhausen und brachte dazu noch die Landschaftsarchitektin im Bauamt und eine LZ-Mitarbeiterin mit. (LZ vom 31. Juli)  (unverkehrt.de hat nur die in Dörentrup wahlkämpfende Bauamtsleiterin vermisst, die sich sonst ja auch immer gerne auf solche Fotos stellt.) Medienwirksam wie immer wurden die Pläne in die Kamera gehalten und der BM beschied den kommenden CDU-Antrag mit den Worten: „Da können wir quasi bereits Vollzug melden.“ Das muss ganz schön weh tun, wenn man so vorgeführt wird…

Wird aber sicher nicht das letzte Mal bleiben!

Festzuhalten wäre jedenfalls, dass beide, SPD und CDU, auf den Kunstrasenplatz in Langenholzhausen setzen. Wen sollen aber die EinwohnerInnen wählen, die den wirklich toll gepflegten und sehr gut bespielbaren Rasenplatz behalten wollen? Die gibt es nämlich auch! Dieser Rasenplatz gehört zu den allerbesten im lippischen Norden. In vielen Vereinen hat sich zwischenzeitlich zudem der Pflegeaufwand auch für Kunstrasenplätze herumgesprochen (von weiteren negativen Folgen ganz zu schweigen) und sie verzichten gerne.

Einheitsbrei tut selten gut – und der Demokratie schon gar nicht. (ED07082020)

 

 

Nun ist es amtlich: Wasser fließt bergab!

 

Fließt Wasser manchmal auch bergauf?

Eigentlich könnten die langjährigen Mitarbeiter der Fachabteilung in der Gemeinde Kalletal diese Frage sofort beantworten - allerdings nicht nur die.

Aber nun ist diese Frage auch in Kalletal durch das Modellprojekt „Starkregen“ von Amts wegen beantwortet.

Der Bürgermeister der Gemeinde Kalletal war sich scheinbar unsicher und fand mit den Mitarbeitern des Fachgebiets Geodatenmanagement des Kreises Lippe Partner, den Fließweg des Wassers bei Starkregen zu ermitteln.

Wie der regionalen Presse zu entnehmen war, hat der Kreis Lippe unter Kenntnis der Regenintensität ein digitales Geländemodell erstellt und daraus Fließwege abgeleitet. Im Abgleich mit Erosionskarten und Luftbildern aus einer Drohnen-Befliegung gab es eine nahezu vollständige Übereinstimmung der digital ermittelten „Gefahrenstellen“ mit den tatsächlichen Schadensereignissen. Die Zusammenfassung aller zur Verfügung stehenden Daten durch die Kreis-Spezialisten, die in einer „geointelligenten“ Datei zusammengefasst wurden, führten zu dem Ergebnis:

Auch in Kalletal fließt das Wasser bergab - welche großartige neue Erkenntnis!

 

Seit Jahrhunderten fließt das Wasser auch in Kalletal bergab. Durch einige bauliche Veränderungen nimmt das Wasser allerdings geringfügig andere Wege - manchmal aber nicht einmal das. Auch in Kalletal wurde in uralte Tiefpunkte und natürliche Abflussmulden gebaut. Nun wird verwundert geschaut, wenn bei Starkregen die Keller überfluten. Aber nicht nur das.

Die natürlichen „Flutmulden-Gewässer und angrenzende Flächen“ wurden aufgefüllt, eingemauert und mehr. Nach jedem Starkregen wurde der Kampf mit der Natur verstärkt, die Mauern, Dämme, „Schlammbecken“ usw.  haben die Fluten aber nur zum Nachbarn geleitet, Starkregen braucht zum Abfluss eben Raum. Bergauf fließt das Wasser aber bis jetzt nicht, bei der ‚Art der Landwirtschaft‘ auch nicht langsamer. 

Eigentlich kennt jeder im Dorf die Gefahrenpunkte und Flutmulden, insbesondere die Mitarbeiter der Fachabteilung. Feuerwehrleute, die seit Jahrzehnten den angeschwemmten Müll entfernen, Keller auspumpen usw.… kennen sich da auch aus. Hochwassergefahrenkarten gibt es auch schon lange.  Erfahrene Ratsmitglieder z.B in Kalldorf, Bentorf und Lüdenhausen wissen seit Jahrzehnten, dass Wasser bergab fließt. Die Probleme in Kalldorf sind bekannt (nicht ohne Grund gibt es dort eine Umflut), ebenso in Bentorf  (nicht ohne Grund wurde in der Flutmulde mit Feuerlöschteich lange, lange nicht gebaut) und auch in Lüdenhausen (nicht ohne Grund war im Bereich eines Altenpflegeheims zuvor noch nie eine Immobilie, sondern ein Flutmulde mit Feuerlöschteich). Diese Liste könnte beliebig verlängert werden, insbesondere in den Weserdörfern.

„Starkregenkarten oder Sinkkasten- Management“ des Bürgermeisters sind da wohl eher unter dem Titel „The Show must go on“ einzuordnen.

Warum sonst dient der Bürgermeister dieses Thema nun auch noch dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen an und verbreitet das auf Facebook (und das ZDF nimmt auch noch dankend an). Dass altgediente Ratsmitglieder sich dazu hergeben, hat sicher besondere Gründe, aber ein erfahrener Landwirt, der auf dem Berg wohnt und genau weiß, dass das Wasser bei Starkregen nur in der tiefgepflügten Furche gen Dorf fließt….???

Dazu fällt uns nur eine Jahrzehnte alte Anekdote ein:

Bürgerversammlung der Gemeinde Kalletal in einer Gaststätte in Erder Anfang der 80-iger Jahre des letzten Jahrhunderts. Wenige Wochen zuvor hatte die Weser Hochwasser und einige tiefliegende Straßen waren überflutet gewesen. Die Mitarbeiter des Wasserwerks wurden damals angewiesen mittels Lautsprecher durch Erder zu fahren und den Bewohnern mitzuteilen, dass die Weser Hochwasser hat und Straßen an der Weser nicht mehr zu befahren sind. Trotz ihres Protestes mussten die Mitarbeiter diese Nachricht verbreiten.

Der Gastwirt kam an den Tisch der Verwaltung.

Gastwirt: Herr Direktor, ich möchte mich ganz herzlich bedanken.

Direktor: Wofür?

Gastwirt: Dass Sie uns in Erder informiert haben, dass die Weser Hochwasser hat. Wir hätten das sonst sicher nicht gemerkt.

Direktor: Dafür ist die Gemeinde doch da.

Gastwirt: (Blickt aus dem Fenster auf die Weser) Na ja, soweit kann man ja auch aus Hohenhausen nicht sehen.

Es hat sich nicht viel geändert, in Wahlzeiten heißt es:

„The Show must go on.”(HB23072020)

 

 

SPD Kalletal

Alles beim Alten - mit zwei „stilvollen“ Ausnahmen

Nun hat also auch die SPD Kalletal ihre Ratsmannschaft für die Wahlen am 13. September 2020 komplett. Das muss eine ganz schön schweißtreibende Geschichte gewesen sein, denn der Vorsitzende sah sich genötigt, Ratskandidaturen wie Sauerbier anzubieten. unverkehrt.de berichtete darüber bereits im April dieses Jahres (siehe unten), nachdem die SPD auf ihrer Homepage einen Aufruf an interessierte BürgerInnen veröffentlicht hatte und bat, sich bei Interesse an Ratsarbeit zu melden, nicht einmal SPD-Mitglied musste man dafür werden. In Lüdenhausen etwa wurden sogar bis kurz vor der Delegiertenversammlung noch Flugblätter verteilt.

Es muss sich aber wohl keiner gemeldet haben und nun die Überraschung: Der bisherige Lüdenhausener SPD-Ratsherr hat sich doch breitschlagen lassen und will es noch einmal versuchen, die Interessen seines Dorfes zu vertreten. Auch andere Mitglieder, die sich schon kurz nach der letzten Wahl in die innere Emigration zurückgezogen hatten, sind urplötzlich doch wieder an Bord.

Dafür hören zwei Personen auf, mit denen wir bei unverkehrt.de nicht wirklich gerechnet hätten. Das dürfte der SPD schon wehtun, denn André Bierbaum (Erder) und Onno Wörmann (Bavenhausen) waren über viele Jahre sichere Garanten für ein Direktmandat dieser Partei. Dennoch bleibt - bis auf zwei Ausnahmen - alles mehr oder weniger beim Alten, denn die, die neu in einem Wahlkreis antreten, waren bereits als Sachkundige BürgerInnen in der Fraktion aktiv.

Und nun sind Sie neugierig, wer denn dem Aufruf des Vorsitzenden gefolgt ist? Sie werden es nicht glauben: seine Ehefrau hat ihn und seine Not erhört!!! Ist ja auch peinlich, wenn man den Rat nicht verkleinern will und dann seine Wahlkreise nicht besetzen kann. Langenholzhausener SPD-Politik ist damit voll in Familienhand. (Anmerkung von unverkehrt.de: Hoffen wir mal, dass sie Neubürger herzlich willkommen heißen… - verstehen nur Insider, musste aber einfach an dieser Stelle sein. Sorry!)

 

Der weitere SPD-Neuzugang scheint ebenfalls aus großer Not geboren: Ein Demnächst-Ruheständler der Gemeinde Kalletal (und obendrein auch bis dahin noch Personalratsvorsitzender) bewirbt sich um ein Ratsmandat in Stemmen, will sich also in den Aufsichtsrat seines ehemaligen Arbeitgebers setzen. Schlimmer geht’s nimmer!

Nur eine Frage des Stils? Nun, über die Beteiligten und die SPD-Führung sagt das eine Menge aus… Es ist fast zu befürchten, dass sie daran nicht einmal einen Gedanken verschwendet haben. Bleibt die Hoffnung, dass die WählerInnen darüber mehr nachdenken. (UB14072020)

 

 

CDU Kalletal

Arm an Demokratie und Frauen

Auf diese Erklärung hat unverkehrt.de ja schon länger gewartet (siehe auch unten „Felix Kalledonia?): Bei der Bürgermeisterwahl setzt sich die CDU Kalletal wie schon 2015 für Amtsinhaber Mario Hecker ein. So ist es in den Bezahlmedien zu lesen. Der Gemeindeverbandsvorsitzende Volker Preuß begründet das folgendermaßen: „Mario Hecker war und ist der richtige Mann zur richtigen Zeit. Er hat die Erwartungen, die wir mit seiner Unterstützung vor fünf Jahren in ihn gesetzt haben, voll erfüllt. (Anmerkung unverkehrt: schwer vermittelbarer CDU-Funktionär auf Kämmerer-Posten) Das stand für uns nie in Zweifel. Gemeinsam mit Mario Hecker werden wir auch in den nächsten fünf Jahren die Herausforderungen in der Gemeinde bewältigen.“ Also da darf man schon Zweifel haben und könnte ins Grübeln kommen.

Fakt ist jedenfalls, dass die Mitgliederversammlung zur Nominierung der Kalletaler CDU-Ratskandidaten und einer -kandidatin schon am 9. Juni 2020 in der Sporthalle in Bavenhausen stattfand und erst am 19. Juni berichtete das Westfalen-Blatt, die Lippische Landes-Zeitung zog dann am 22. Juni nach. Immerhin arbeitet die LZ so seriös, dass wir nun auch wissen, dass der Ursprung der Zeitungstexte auf einer CDU-Pressemitteilung beruht und die CDU wohl ein Interesse an der Deutungshoheit über diese Versammlung behalten wollte. Komisch ist nur, dass auf der Mitgliederversammlung in Bavenhausen vom Amtsinhaber nicht die Rede war. Der „Nordlippische Anzeiger“ war vor Ort dabei und ihm ist zu entnehmen, dass die CDU auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten ganz bewusst verzichtet und die Kandidatur von Kandidaten mit Wohnsitz in Kalletal in anderen Städten und Kommunen begrüßt. Ja geht’s noch? Wer soll denn da veralbert werden…

Es bleibt festzuhalten, der Text im Nordlipper stammt vom Heckerschen Hofberichterstatter, der mit Sicherheit noch am selben Tag ein solches Statement wie aus der CDU Pressemitteilung vom Gemeindeverbandsvorsitzenden hinaus in die bunte Social Media-Welt gepostet hätte. Doch leider konnte er wohl nichts berichten.

Was für ein Armutszeugnis der CDU Kalletal! Da hat man eine Mitgliederversammlung und lässt sie beschließen, keinen eigenen Kandidaten zu präsentieren. Zum Amtsinhaber kein Wort, und das, obwohl der BM in Bavenhausen ein Heimspiel gehabt hätte. Und ein paar Begrüßungsworte hätte der sicher gerne gesprochen und für einige nette Fotos posiert. Es nagt schon, dass die SPD schneller war mit ihrem Hecker-Bekenntnis. Und das lässt sich den Mitgliedern nicht so richtig gut verkaufen. Und Kalletaler BM-Kandidaturen in anderen Gemeinden zu begrüßen, ist ja wohl ein Eiertanz ganz besonderer Güte. Hinterfragt so etwas in dieser CDU wirklich niemand mehr?

Doch nun zu der Wahl, die die Mitglieder immerhin beim Ratspersonal hatten. Hut ab, die CDU hat alle Wahlkreise besetzt, was in diesen Zeiten kein leichtes Unterfangen ist. Ein Generationenwechsel wurde eingeleitet, das ist wichtig und auch richtig. Doch wenn man sich die Mannschaft dann anschaut, stellt sich schon die Frage, wer den vielen „Neuen“ denn jetzt was beibringen könnte über Kommunalpolitik, über Satzungen und Verordnungen und vor allem die Aufgaben eines Rates. Ohne in Nostalgie zu verfallen und jemandem zu nahe zu treten, aber zu den Hoch-Zeiten dieser Partei saßen andere „Kaliber“ im Rat. So wird wohl der Kämmerer weiterhin unbehindert seine Strippen ziehen. Und damit auch alles unter Kontrolle bleibt (nicht, dass sich die Jungen eines Tages emanzipieren, unangenehme Fragen zu Windkraft, Grundstücksangelegenheiten und vielen anderen Dingen stellen), kandidiert seine Ehefrau - sie ist die einzige Frau in der CDU-Mannschaft - in Bavenhausen und sitzt damit zukünftig in der Fraktion, da klappt’s dann noch besser mit den Infos aus erster Hand… Auf dass er auch weiterhin bei seinem Chef liefern kann. Diesmal hat’s schließlich hingehauen: Der Gemeindeverbandsvorsitzende erklärt, dass die CDU Hecker unterstützt… Die Parteimitglieder konnten sich mit dem Thema leider nicht befassen. 

So wird es wohl ein frommer Wunsch bleiben, den Dirk Tolkemitt, Kalletaler BM-Kandidat in Bad Salzuflen, als Wahlleiter in Bavenhausen formulierte. Er hoffe, dass die CDU mit der anstehenden Wahl zur alten Stärke und Einigkeit zurückkehre…

Unverkehrt.de fehlt da der Glaube! (ED26062020)

 

 

Wahlkämpfer unterwegs

Mit Kindern oder doch lieber ohne…?

Kinder sind wichtig - überhaupt keine Frage. Und das denkt sich wohl auch der Kalletaler Bürgermeister im Wahlkampf. Zeitlich gut gewählt werden verschiedene Kinderspielplätze in der nordlippischen Gemeinde ertüchtigt und gemäht. Wer nun aber vermutet, dass die Kinder dabei im Mittelpunkt stehen, der sieht sich getäuscht. Erst einmal feiern sich Bürgermeister und seine Bauamtsleiterin selbst, schließlich bewerben sich ja beide um ein Bürgermeisteramt. Scheinbar muss Kalletal die Fotos für die Grünen-Kandidatin in Dörentrup gleich mitliefern. Klar, dass sich auch der eine oder andere Politiker (etwa der Vorsitzende des Bauausschusses) gerne mal dazustellt, wie in Harkemissen jüngst zu bewundern.

Man kann aus so einem Kinderspielplatz aber auch mehrtägige Events mit Fototermin machen. In Lüdenhausen etwa kamen erst der BM und seine Bauamtsleiterin, um sich vor Ort ein Bild zu machen, sie hatten Pläne dabei, die sie dann medienwirksam studierten, um einen Hauch von Kompetenz zu verströmen. Das nächste Mal muss der Bürgermeister dann in völlig neuer Funktion dort unterwegs gewesen sein: Er kam als Fotograf, um die Kletterlandschaft im Rohbau für den Kalletaler Anzeiger vom 9. Mai 2020 in Szene zu setzen. Das Anzeigenblatt wies ausdrücklich darauf hin, dass die Fotos von Mario Hecker selbst „geschossen“ wurden. (Übrigens nicht das erste Mal, auch bei der Story über den „Do-it-Yourself-Gottesdienst für Spaziergänger“ vom 25. April hatte er dieses Blatt mit seinen namentlich gekennzeichneten Fotos versorgt.)

Schon ein echtes Multitalent, dieser Kalletaler BM und sich eindeutig für nichts zu schade… Das lässt sich ja auch rund um die Uhr auf Facebook verfolgen, wo er die Nutzer sogar bei seinem Hochzeitstag mitfiebern lässt. Ein echter Popstar, so ein BM! Das ist doch das, was Sie alle unbedingt schon immer mal wissen wollten… Scherz! Oder sagen wir lieber, es ist eine Frage von Niveau. Beim jüngsten Husarenstück allerdings blieb unverkehrt.de echt die Spucke weg. Kuschelfotos mit Decke der BM-Familie im Autokino (Kinder vorne, Eltern hinten) – und natürlich war auch ganz zufällig mal wieder ein Fotograf der Vlothoer Zeitung zur Stelle. Wir finden: Dafür sind Kinder viel zu wichtig…!!! (ED17062020)

 

 

Balkongespräche Juni 2020

Kluge Tomaten

Sonntag, der 06.06.2020: Frühstück auf dem Balkon. Eigentlich war Frühstück im Restaurant geplant, aber nach den Entwicklungen in Leer in Niedersachsen (mehrere Infizierte nach Restaurantbesuch, Geschäftsführung und Betriebsrat der Meyer-Werft Papenburg immer noch in Quarantäne) war dann doch wieder der eigene Balkon angesagt. Olli-Manfred und Nicki-Cornelia sind früher als geplant eingetroffen. Zwei Familien, das darf man ja wieder. Lieschen hat den Tisch aber noch nicht gedeckt.

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Bürgermeister bekommt Konkurrenz

Gerüchte über Gegen-Kandidaten nehmen zu

Die Qual der Wahl zu haben, davon konnten die Kalletaler bislang bei der kommenden Bürgermeister-Wahl nur träumen. Doch mittlerweile brodelt die Gerüchteküche in der nordlippischen Gemeinde. Wer mit offenen Ohren und Augen durch Kalletal geht, bekommt durchaus mit, dass der Amtsinhaber glaubt, dass nur er es machen kann, was aber eindeutig nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Unverkehrt.de ist mittlerweile sehr sicher, dass er Konkurrenz bekommt. Und das ist gut so! Denn nur wenn man eine Wahl hat, kann Demokratie funktionieren… (ED11062020)

 

 

Gedankensplitter Mai 2020

Wahlkampf in Corana-Zeiten

(Oder: Schnelles Internet in Kalletal)

Durch die Corona-Krise hat die Digitalisierung nochmal an Bedeutung zugenommen. Homeoffice, Geschäfts- und Schulschließung haben dazu geführt, dass die Nutzung von Streaming-Diensten, Videokonferenzen und Internetseiten stark zugenommen haben.

Alle sind Online

Digitale Schule - statt Klassenraum

Homeoffice, wo es irgendwie geht

Internet-Verkaufsplattformen wachsen wie Pilze… usw…

Da sollte man vermuten, dass auch die Parteien in Wahlkampfzeiten ihre Internetseiten auf dem neusten Stand haben. In Corona-Zeiten sicher die ideale Plattform zur aktuellen Präsentation der Partei-Ziele, der Kandidaten und der zukünftigen Aktivitäten. War doch gerade die Forderung nach „schnellem Internet“ insbesondere im ländlichen Raum im letzten Jahrzehnt ein zentrales Wahlkampfthema aller Parteien.

Ein Blick in die Internetseiten der in Kalletal tätigen Parteien spiegelt den Zustand dieser deutlich wider:

SPD: spd-kalletal.de (hat die meisten Sitze im Rat)

„Nah bei den Menschen – zielorientiert!“, so die Schlagzeile der Internetseite. Welche Ziele die Ratsfraktion für die Zukunft hat, wird dem Leser allerdings nicht verraten.

Aber das stimmt nicht so ganz. Immerhin erfährt man, dass die SPD neue Kandidaten (Besetzung der Wahlkreise) für die Wahl im September sucht und sich zu schwach für einen eigenen Bürgermeisterkandidaten fühlt. (Das war bei der letzten Wahl noch anders. (siehe dazu unverkehrt.de: Ratskandidaturen werden angeboten wie Sauerbier und Felix Kalledonia))

       Unter der Rubrik Termine erfährt man: Aktuell keine vorhanden - immerhin.

       Und ein Foto der Bavenhauser Mühle, das die neuen (von der SPD gewollten)  

       Windräder nicht erahnen lässt.

CDU: cdukalletal.de (zweitgrößte Ratsfraktion)

Beim Aufruf dieser Internetseite erfährt man: Nichts, außer: Die Seite wird umgebaut!

Unter cdu-fraktion-kalletal.de:

     als erstes ein Kontaktformular

     unter Neuigkeiten: einen Bericht vom 05.05.2019

     unter Anfragen/ Anträge: einen Bericht vom 20.11.2019

Eigener BM-Kandidat? Wie bei der SPD Fehlanzeige…

Bündnis 90/Grüne:(haben gemeinsam mit der CDU bei der letzten Wahl den derzeitigen BM unterstützt)

Unter gruene-kalletal.de erfährt man:

           Aktuelles Kalletal: Neues vom 25.07.2019- Urnenstelenanlage Friedhof Hohenhausen.

           Termine: Keine

           Anträge: von 24.03.2020: Obstbäume in Brosen/Niedermeien sollen geschnitten  

           werden!!!!

           Schwerpunkte der Politik: die sind aus 2014.

Beim Bürgerverein UKB (ukb-kalletal.de) ist auch nichts Aktuelles vom Wahlkampf zu lesen.

Die drei Ex-CDU’ler (derzeit FMK-Fraktion) haben‘s scheinbar nicht so mit dem Internet und teilen online nichts mit!

Selbstverständlich brauchen die Bürger, Gewerbe und Industrie Kalletal schnelles Internet!

Und die Kalletaler Politik? Die braucht scheinbar bei diesem „Einheitsbrei“ der Parteien und nur einem BM-Kandidaten keinen Wahlkampf - schon gar nicht online. (HB25052020)

 

 

 

 

Felix Kalledonia?

Der Bürgermeister will im Amt bleiben

Am 13. September 2020 werden in NRW Bürgermeister und kommunale Parlamente gewählt. Eigentlich wäre jetzt Wahlkampfzeit, doch das Corona-Virus schränkt Initiativen erheblich ein. KandidatInnen haben es schwer, sich bekannt zu machen. Amtsinhaber sind derzeit klar im Vorteil. Aber wie sollen WählerInnen sich von mehreren Bewerbern um ein Amt ein Bild machen, wenn viele „Neulinge“ dabei sind. Das ist nicht leicht und ob’s wirklich demokratisch ist unter diesen Bedingungen die Wahl zum vorgesehenen Termin stattfinden zu lassen, haben hoffentlich Rechtsexperten im Vorfeld geklärt…  In Kalletal spielt das keine Rolle, seit fünf Jahren läuft im Rathaus die „One-Man-Show“. Medien werden mit Anzeigen „gekauft“, Hofberichterstatter stellen sich da von selbst ein. Auf Facebook gibt‘s zu allen Tages-, Abend- und Arbeitszeiten Wasserstandmeldungen der belangloseren Art. Schade, dass es bislang so ausschaut, als hätten die Kalletaler bei der Bürgermeister-Wahl gar keine Wahl. Dabei ist nun wahrlich nicht alles Gold was glänzt.

Seit nunmehr einem guten Jahr kündigt bzw. lässt der Kalletaler Bürgermeister seine erneute Kandidatur ankündigen. Zuerst kam in der Osterzeit 2019 die SPD ohne Not aus den Sträuchern, um nun endlich auch diesen umtriebigen Menschen mit dem SPD-Ticket zu versehen (in der Wahl davor waren sie ja noch mit eigenen Kandidaten angetreten). Dann meldete sich die Fraktion der nicht direkt gewählten Ex-CDU’ler, FMK, zu Wort und sprach sich ungewohnt wortreich für eine weitere Amtsperiode aus, obwohl sie selbst in dieser Form sicher nicht mehr dabei ist. Nun wurde es auch Zeit für Bündnis 90/Die Grünen, schließlich wollen sie wieder mitmischen, immerhin hatte ihnen das Engagement für diesen Kandidaten bei der letzten Wahl ja den Bauamtsleiterposten eingetragen. Und wie das ist, wenn man zu spät kommt…. -  ist ja bestens bekannt. Noch dazu, wo die Bauamtsleitung im Homeoffice (mit sich erstaunlich häufenden Außenterminen in letzter Zeit!) ja auch schon wieder wegwill, um selbst BM zu werden. Aber wenn es nicht klappt, dann bleibt sie halt den Kalletalern erhalten… Oh weh! (unverkehrt.de berichtete mehrfach, z.B. Friede - Freude -Eierkuchen u. Exportschlager aus Kalletal: Bürgermeister-Kandidaten)

SPD, FMK, Bündnis90/Die Grünen - das schien dann auch dem Amtsinhaber ausreichend, um seine erneute Kandidatur nach 5 Jahren als Trommler in eigener Sache (hoffentlich mietet er im Wahlkampf nicht gleich wieder ganze Schaufenster für die über ihn erschienen Presseartikel an) offiziell zu machen. Doch was ist mit der Partei, die ihn das letzte Mal in den Sattel gehoben hat? Er wollte damals schließlich nur antreten, wenn ihn eine große Partei unterstützt und die hatte er in der CDU gefunden. Zugegeben, groß ist die CDU Kalletal nicht mehr, die hat sich in ihrem Intriganten-Stadl selbst zerlegt. Das hatte der BM schnell erkannt und die SPD auf Augenhöhe umgarnt. Langsam wäre es an der Zeit für die Konservativen Flagge zu zeigen. Ein eigener Kandidat ist - leider - nicht in Sicht. Das „leider“ bezieht sich ausdrücklich auf demokratische Gründe und gegen Einheitsbrei. Dass der, der es gerne gemacht hätte und erfolglos Bündnisse gegen diesen BM schmieden wollte, nun woanders antritt, betrübt bei unverkehrt.de nun wirklich niemanden. Auch so ein „Multitalent“ ohne Background!

Ein Statement der Unabhängigen Kalletaler Bürger (UKB) steht auch noch aus. Doch da sind wir sehr sicher, dass die einzige Kalletaler Oppositionspartei sich ganz bestimmt nicht hinter diesem BM versammelt. Da tut sich die CDU schon schwerer, sie hat schließlich dank dieses BM den Kämmerer-Posten in Kalletal mit einem CDU-Funktionär besetzt. Keine leichte Situation für Fraktion und Partei, die sich eigentlich deutlich distanzieren müssten, aber nicht dürfen. So können wir es uns von unverkehrt.de durchaus vorstellen, dass die CDU sich letztlich noch aus dem Rathaus zu einer Wahlempfehlung zugunsten des Amtsinhabers treiben lässt. Ob dieser (parteilose) SPD-Kandidat allerdings bei ihren konservativen Wählern ankommt…? CDU-Positionen auf Landesebene vertritt dieser BM jedenfalls eher selten. Diesen BürgerInnen bleibt fast nur daheimzubleiben und nicht zu wählen, da sie eh keine Auswahl haben…

Felix Kalledonia – glückliches Kalletal? Leider eben nicht, sondern ein demokratisches Armutszeugnis, das obendrein die Eigenständigkeit der Gemeinden in Nordlippe schwächt. (ED16052020)

 

 

Balkongespräche Mai 2020

Geschenke in Corona-Zeiten?

Sonntag, der 03.05.2020. Brunch ist angesagt, nur in der Familie. Covid-19 hat Deutschland und natürlich auch Kalletal fest im Griff. Lieschen hat für alle Mund-Nasenmasken (zweifach mit Filtertasche) genäht. Ulli-Jürgen hatte eine grüne mit Sonnenblumenmuster bestellt. Die Kontaktbeschränkungen sind bis zum 10. Mai verlängert worden. Deshalb sind auch die Freunde Olli-Manfred, Nicki-Cornelia, Ulli-Jürgen und seine Frau nicht anwesend. Die Kinder wollen aber dafür sorgen, dass sie später per Skype dabei sind. „Social Distancing“ macht allen zu schaffen. Selbst die Kinder sind heute pünktlich und hungrig, die waren eben nicht bis nach Mitternacht unterwegs.

Regina-Beate: Wir von unserer Turngruppe machen ja derzeit mittwochs 20 Minuten Video-Gymnastik. Danach telefonieren wir ausgiebig. Da haben sie erzählt, dass die alte Schule, wo Lieschen und Wolfgang sich kennengelernt haben, versteigert oder verkauft werden soll. Die steht ja schon jahrelang leer und trotzdem kostet sie die Gemeinde viel Geld.

Lieschen: Da sollte doch laut Bürgermeister schon alles Mögliche rein. Angeblich gibt es aber nun Interessenten auch aus Hohenhausen.

Klaus Wolfgang:(grinsend) Na ja, bestimmt nur, wenn die das weit unter Wert kaufen können.

Philipp-Rene: Eigentlich dürfen die von der Gemeinde das nicht unter Preis verkaufen. Die Häuser sind ja alle vom Gutachterausschuss des Kreises bewertet worden für das Eigenkapital.

Klaus Wolfgang:(lacht) Das heißt nichts. Vor Kurzem haben die auch die andere alte Schule am Markt für ganz kleines Geld verkauft, obwohl die Gemeinde unmittelbar davor noch viel Geld für Brandschutztreppen investiert hatte.

Phillip-Rene:(ernst) Einige im Rat haben das wohl inzwischen gemerkt. Das Ü-Heim Fohlenhof in Bavenhausen versteigert und dafür in Langenholzhausen eins gekauft und umgebaut und der Verkauf des Ü-Heims Am Markt in Hohenhausen und dafür die Container-Garagen „In den Ellern“- das war nicht gerade wirtschaftlich.

Regina-Beate: Aber die waren doch vor Kurzem von Rat und Verwaltung noch so stolz auf ihre tolle Finanzwirtschaft…

Philipp-Rene:(sehr sicher) Das waren weder Rat noch Kämmerer noch Bürgermeister, die gut gewirtschaftet haben, das waren die gute Konjunktur in Deutschland und die niedrigen Zinsen. Das sieht aber in Kürze ganz anders aus. Corona hinterlässt derzeit schon in vielen Kämmereien in Lippe Spuren. Die ersten stoppen schon Investitionen oder verhängen Haushaltssperren.

Klaus Wolfgang: Aber davon habe ich in Kalletal noch nichts gehört.

Philipp-Rene: Das dauert nicht mehr lange, dann heißt es wieder Klamm-Klammer-Kalletal. Darum glaube ich auch nicht, dass die das ehemalige technische Rathaus so verhökern können, wie das bisher war. Das macht die Kommunalaufsicht des Kreises nicht dauerhaft mit.

Mia-Chantale: Meine Freundin aus Bavenhausen hat mir erzählt, das wäre schon alles klar, wer das für welchen Preis kauft und was der machen will. Das ist schon alles mit dem Bürgermeister besprochen.

Nico-Luis: Das ist doch alles nur Spekulation. Ich hol jetzt meinen Laptop und dann skypen wir mit Olli-Manfred und Ulli-Jürgen.

Nach drei Minuten meldet Nico-Luis: Die Verbindung steht stabil. Philipp-Rene schildert Olli-Manfred und Ulli-Jürgen die bisherige Diskussion und bittet um Stellungnahme.

Olli-Manfred:(ganz unsicher) Kann ich auch nicht so viel zu sagen. Ich weiß nur, dass der Bürgermeister da einen Interessenten hat. Was der zahlen will, ist mir auch nicht bekannt. Aber der Bürgermeister und der Kämmerer wissen sicher, was da zu machen ist. Ich hoffe nur, dass es jetzt endlich mal klappt! Bisher ist ja in den letzten fünf Jahren mit diesem Haus alles schief gegangen und das hat uns schon eine Stange Geld gekostet. Aber die von der Verwaltung machen das schon. Hat ja beim Ü-Heim „Am Markt“ auch funktioniert.

Ulli-Jürgen:(kennt sich mit Zahlen aus) Das hat leider eben nicht immer funktioniert, wir vom Rat müssen da besser aufpassen. Ich habe mal nachgeschaut, das Gebäude hat noch einen Eigenkapitalwert von ca. 430.000, - €. Bei der Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen in Corona-Zeiten haben wir nichts zu verschenken. Im Gegenteil, wir müssen überlegen, ob wir noch nicht begonnene Projekte zurückstellen müssen, auch wenn bald Wahlen sind. Ich kann das so deutlich sagen, weil ich nicht mehr kandidiere.

Philipp-Rene: Da sind wir aber gespannt, ob sich überhaupt und für welchen Preis ein Käufer findet. Genauso spannend ist sicher, wie sich der Rat verhält, wenn die Bieter sich einig und Kenner dieser Verwaltungsspitze sind. Ob das Haus dann wohl verramscht wird? Für‘n Appel und Ei findet sich immer ein Käufer.

Lieschen: Nico-Luis, schalte die beiden Gäste jetzt weg, wir wollen frühstücken. Ich habe Rührei mit frischem Schnittlauch gemacht.(HB03052020)

 

 

Gedankensplitter April 2020

Schicksal der alten Berufsschule

Die unendliche Geschichte oder das war wohl nix

Über das Schicksal der ehemaligen Berufsschule an der Herforder Straße in Hohenhausen haben wir von unverkehrt.de schon oft berichtet. (siehe Archiv. Gedankensplitter 2x Juli 2016, September 2016, Oktober 2016, September 2019)

Gebäudenutzung:

Ganz früher:

Das Gebäude wurde als Berufsschule erbaut. Zwei große Unterrichtsräume im Erdgeschoss. Im Kellergeschoß wurden die praktischen Kenntnisse im Fach Hauswirtschaft für die Schülerinnen vertieft, im Anbau (Tischlerei) wurden den Schülern die handwerklichen Fähigkeiten vermittelt. Im Obergeschoss wohnten der Lehrer und seine Familie.

 

Früher:

Nutzung durch die Gemeinde Kalletal nach der Kommunalreform: Ordnungsamt, Sozialamt, Standesamt, Bauhoftischlerei.

 

Seit 2005:

Das Gebäude wurde umfassend saniert. Kosten: ca.135.000,- €

Nutzung: Technisches Rathaus der Gemeinde Kalletal, Bauhoftischlerei.

2015:

Auf Antrag von Bündnis90/Die Grünen fasst der Rat im Dezember einstimmig folgenden Beschluss:

Das Gebäude des Technischen Rathauses der Gemeinde Kalletal, Herforder Straße 11, wird zur Unterbringung von ausländischen Flüchtlingen genutzt.

Daraus wurde NIX!

Der Fachbereich IV – Planen und Bauen zieht in das Gebäude des Rathauses der Gemeinde Kalletal, Rintelner Straße 3 um.

Vor dem Beschluss berichtete der Bürgermeister, dass aus diesen Räumlichkeiten zunächst das Jobcenter ausziehen muss und dass dafür eine neue Unterkunft in Kalletal gefunden werden soll.

Daraus wurde NIX!

Die Zweigstelle des Jobcenters zog nach Lemgo.

2016:

Im März beantragt die SPD eine erneute Beratung mit dem Ziel, die Umzugsmaßnahmen der Mitarbeiter des Technischen Rathauses zu verhindern.

Daraus wurde NIX!

Der Antrag schaffte es nicht einmal auf die Tagesordnung irgendeines Ausschusses. Der Bürgermeister wies später darauf hin, dass diese Umzugsangelegenheit seiner Organisationshoheit obliegen würde und dadurch nicht Sache der SPD sei.

Im Juli beantragte die UKB-Fraktion, alle bisherigen Planungen bezüglich des Technischen Rathauses zu stoppen. Der Bürgermeister formulierte den Beschlussvorschlag frei nach seiner Auffassung um und der Hauptausschuss beschloss im September Folgendes:

Das Gebäude des Technischen Rathauses der Gemeinde Kalletal, Herforder Straße 11, wird nicht zur Unterbringung ausländischer Flüchtlinge genutzt.

Daraus wurde NIX!

Weil zwei Tage später der Rat das Gleiche nicht mehr beschließen wollte. Der BM drohte sogar mit der Beanstandung bestimmter Beschlüsse. Das verwirrte den Fraktionsvorsitzenden und die gesamte SPD scheinbar so sehr, dass sie nicht mehr zustimmten.

Zwischenzeitlich hatte der Bürgermeister vollmundig angekündigt, dass ein Lippisches Unternehmen die Räumlichkeiten des Technischen Rathauses für „Schulungszwecke“ anmieten möchte.

Daraus wurde NIX!

Trotzdem ist der Umzug der Mitarbeiter des Bauamtes angeordnet worden. Es herrscht seitdem ein reger Fußgängerverkehr zu den Akten und zurück.

Später sprach der BM davon, dass das KRZ Lemgo Räume im Schulzentrum nutzen wolle.

Daraus wurde NIX!

2017:

Das Gebäude soll auf Antrag der SPD der „Tafel“ zur Verfügung gestellt werden. Der Bürgermeister hatte Bedenken (Brandschutz, Nutzungsänderungsantrag).

Daraus wurde NIX!

Das Gebäude soll vermietet, verkauft…werden…oder der „Initiative pro Gesundheitsstandort“ Kalletal angeboten werden.

Daraus wurde NIX!

2018:

Die drei ehemaligen CDU’ler, jetzt FMK, stellen den Antrag Verkaufsüberlegungen, Planungen etc. einzustellen, bis die Überlegungen zur „Initiative Gesundheitsstandort Kalletal“ abgeschlossen sind. Der Rat beschloss das im April 2018.

Daraus wurde NIX!

Die UKB-Fraktion beantragte den Verkauf des Gebäudes.

Was wurde bisher daraus? NIX!

Der Rat lehnte diesen Vorschlag im April 2018 noch ab.

ABER 2019:

Im Dezember 2019 hob der Rat seine Beschlüsse aus 2015 und 2018 aufgrund eines Antrags mehrerer Fraktionen (SPD, FMK, Bündnis 90/Die Grünen) auf und beschloss eine öffentliche Versteigerung des ehemaligen technischen Rathauses.

Daraus wurde Nix!

2020:

Inzwischen wird gemunkelt, dass nicht mehr versteigert werden soll. Es haben sich wohl ortskundige „Kenner“ dieser Verwaltungsspitze gemeldet und ein Angebot gemacht. Da ist natürlich eine öffentliche Versteigerung gefährlich. Sicher ist auch ein Verkauf möglich. Ein Wertgutachten ist deswegen aber bestimmt nicht erforderlich. (kostet auch nur zusätzliches Steuergeld)

Das Gebäude wurde zur Erfassung des Eigenkapitals von Fachleuten des Kreises bewertet. Aufgrund einer Anfrage im Rat hat der Bürgermeister die aktuellen Zahlen im März 2020 genannt:

Wertverlust (Afa) trotz Leerstand: 16.500, - €/ Jahr.

Daraus wurde…? Gebucht!

Betriebskosten trotz Nichtnutzung: 12.161,04 €/ Jahr

Daraus wurde…? Gezahlt!

Das macht Kosten in Höhe von 145.000, - € in den letzten fünf Jahren - ohne Nutzen!!!!

Daraus wurde…? Gebucht und bezahlt!

Derzeitiger Buchwert des Objektes im Anlagevermögen: 438.658,16 €.

(ohne Maschinen und Geräte der Tischlerei, wo die hinsollen, ist derzeit noch unklar)

Was daraus wird? Wir sind gespannt….(HB28042020)

 

 

 

 

Was ist nur aus der SPD Kalletal geworden?

Ratskandidaturen werden angeboten wie Sauerbier…

Erschreckend: Auf der Homepage der SPD Kalletal findet sich ein Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger in Kalletal, sie mögen doch bitte Kontakt mit Manfred Rehse aufnehmen, der sie für die Kandidatenliste seiner Partei für die Kommunalwahl am 13. September gewinnen möchte. Unverkehrt.de hat es echt die Sprache verschlagen, war es doch von den großen Parteien gerade die SPD, die sich vehement gegen eine Verkleinerung des Kalletaler Rates aus Kostengründen ausgesprochen hat, und nun bietet sie Ratskandidaturen an wie Sauerbier. Die Kriterien sind weit gefasst, es sollen sich BürgerInnen melden, die Kenntnisse aus Beruf, Ehrenamt und Familie mitbringen, so jemand würde erfahrungsgemäß von „den Leuten gewählt“… Und das reicht dann auch, um selbstbewusst Dinge gegenüber der Verwaltung anzusprechen. Wow, das konnten wir diese ganze Legislaturperiode über echt bewundern, die Schleimspur Richtung Verwaltung war schon sehr glitschig. So ist es kein Wunder, dass in Ermangelung eines/einer Bürgermeister-KandidatIn aus den eigenen Reihen, (was nun wirklich keinen erstaunt, der das Verhalten dem eigenen Kandidaten gegenüber bei der letzten Wahl erlebt hat) nun der amtierende, angeblich immer noch parteilose, aber sicher nicht unabhängige  Bürgermeister für die SPD antritt. Da trifft es sich doch gut, dass auch das Angebot für Ratskandidaturen von der SPD Kalletal niedrigschwellig gehalten wurde: Nicht einmal Mitglied der Partei muss man werden, das ist nicht zwingend erforderlich. Oh weh, arme SPD! Wie das wohl der Schatzmeister findet? Aber das soll nicht Problem von unverkehrt.de sein.

Wir würden uns freuen, wenn viele Menschen Interesse an Ratsarbeit hätten und sind sicher, dass nicht nur die SPD das Problem hat, für alle Wahlkreise Kandidaten zu finden - allerdings haben sich auch andere deutlich für einen kleineren Rat ausgesprochen. Jemandem vorzumachen, er brauche lediglich seinen gesunden Menschenverstand mitzubringen (was auch immer das für die SPD heißt) und das sei genug für ein Ratsmandat, der entlarvt sich und seine Arbeit jedoch selbst. Wer es ernst meint mit einer Kandidatur, der sollte wissen, dass das viel Arbeit bedeutet. Ansonsten wird er/sie nur im Rat sitzen und den Finger heben, wie es ihm der Vorturner gesagt hat. „Dinge auch gegenüber der Verwaltung anzusprechen“ verkennt schlicht die Aufsichtsrats-Funktion eines Rates.

Unverkehrt.de wirbt für eigenständiges Denken des Rates zugunsten unserer Demokratie und gegen Einheitsbrei! (ED05042020)

 

 

Das Unverkehrt - ABC zu Ostern 2020

A - wie Ausnahme

Ostern 2020 ist anders als in den letzten über 70 Jahren. Ausgeh- und Reiseverbote gab es da nicht.

Aber so schlimm wie „früher“ ist es auch nicht.

Kontakte zu Eltern und Kindern werden durch Telefon, Skype, Chat, Facetime oder was auch immer ersetzt.

Es gibt alle Nahrungsmittel zu kaufen - Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch. Es gibt Sämereien, Tierfutter, Frühlingsblumen für den Friedhof, es gibt ausreichend Mehl, Zucker und sogar wieder Hefe sowie Fliesen und Silicon für den Heimwerker. Warum es manchmal kein Klopapier gibt……..??

 

B - wie Bürgermeister u.

      blühende  Gärten

Vorgartenwettbewerb in Corona Zeiten “Kalletal blüht auf 2020“. Bürgermeister ruft Kalletaler dazu auf mitzumachen, ihre Vorgärten umzugestalten oder ordentlich rauszuputzen! So ist es im Nordlipper vom 04.04.2020 einschließlich des privaten „Gießkannenfotos“ vom BM zu lesen.

Ordentlich sauber machen und im Garten putzen - meint er das wirklich so? Wer sowas verbreitet und das auch noch als Lichtblick und großartiges Projekt im Klimapakt bezeichnet, hat wenig von der Natur verstanden. Sind jetzt schon im Garten Coronaviren, die weggeputzt werden müssen? Ein naturnaher Garten sollte möglichst wenig rausgeputzt werden. Nur dann können die ersten Insekten und Pflanzen überleben. Taubnessel, Scharbockskraut u. a. sind neben Zierpflanzen für das Überleben vieler Insekten unverzichtbar.

C - wie Corona oder Camus, Albert

Covid-19, so der Name des Virus, das derzeit unser aller Alltag bestimmt. Viele von uns haben bis vor Kurzem nicht geglaubt, dass uns eine solche Epidemie/Pandemie jemals ereilen würde.

Ein Virus, das die ganze Welt befällt, gegen das die hochmoderne medizinische Forschung derzeit noch kein Gegenmittel hat. Ein Virus, das die Menschen daran erinnert, dass man Unversehrtheit, virenfreie Luft nicht kaufen und Geld nicht essen kann. Das erinnert viele im Alter von 38 bis 64 Jahren an einer Geschichte aus ihrer Schulzeit. Camus war in dieser Zeit Pflichtlektüre. Albert Camus (der 1960 bei einem Autounfall starb) hat in seinem Roman „Die Pest“ eindrucksvoll das menschliche Handeln im Angesicht der Katastrophe seziert. Das Buch ist schon seit Wochen bei uns ausverkauft.

Covid-19 - so die Virologen und weitere Wissenschaftler - wird uns noch weiterhin beschäftigen. Aber gerade in Lippe hat man (oder Frau) natürlich viele Möglichkeiten trotz Covid 19 Ostern zu genießen. Abstand halten ist kein Problem. Osterfeuer brauchen wir und die Tierwelt nicht wirklich.

Liebe Leserinnen und Leser, genießen Sie die Ostereier im unaufgeräumten Garten!

Wir wünschen unseren Lesern Gesundheit und „Frohe Ostern“! (HB10042020)

        

 

Gedankensplitter in Corona-Zeiten

Kalletal - Fürstentum Lippe

Die Menschen in Lippe haben im Laufe ihrer Geschichte schon so manche Katastrophe gemeistert und überstanden. Das nun weltweit grassierende Corona-Virus wird hoffentlich bald auch dazu gehören, was von uns allen große Disziplin und soziales Verhalten verlangt.

Die Lipper sind halt nicht mehr auf „ihre Region“ begrenzt, sondern inzwischen weltweit unterwegs und „vernetzt“, das ist zwar gut so, macht aber verletzlich. Das zeigt sich natürlich auch an den Zahlen der „Corona-Infizierten“. Das Gesundheitsamt des Kreis Lippe hat frühzeitig und vorbildlich zur Entlastung der Hausärzte und zum Schutz der Patienten am „Hangar 21 in Detmold“ eine Drive-In-Teststation eingerichtet.

Ergebnis:

In Lippe sind besonders viel Infizierte in OWL. Natürlich ist das nicht so, hier wird nur mehr getestet.

Verantwortungsträger:

Besonders interessant ist das „Wegducken“ derjenigen, die sonst täglich Mitteilungen wie am Fließband produzieren und an die Presse geben. Auch bei der Regionalpresse, die diese Mitteilungen noch mit Fotos bestückt und damit meint journalistischen Ansprüchen zu genügen, herrscht seit Tagen Sendepause.

Die sonst so aktiven „Populisten“ ziehen die Köpfe ein, wollen möglichst nichts falsch machen und sagen „lieber nichts“. Das lässt sich in vielen Städten und Gemeinden beobachten. Der Kalletaler Bürgermeister etwa, der sonst auf Twitter, Facebook und in seinen „Hofschreiber-Postillen“ zu allem seine Meinung verbreitet, ist derzeit zurückhaltend ruhig. Wir glauben, das ist gut so, weil die Lage extrem ernst und für Populisten ungeeignet ist.

Gutes Beispiel:

Der Bürgermeister der Stadt Lemgo hat die derzeitige Situation der Lipper nach unserem Empfinden sehr gut zusammengefasst. Nachzulesen/hören auf lemgo.de. So geht sachliche und angemessene Bürgerinfo.

Wir von unverkehrt.de wünschen: Bleiben Sie gesund! (HB20032020)

 

 

 

Kein Aprilscherz - sondern Kalletal pur

Für wen ist diese Botschaft?

„Wir wollen die Leute sensibilisieren, ohne die große Keule rauszuholen.“ Von dieser Aussage des Bürgermeisters aus Kalletal berichtet Axel Bürger von der LZ. (ohne Nachfrage)

„Bleiben Sie bitte zu Hause“ steht auf dem Plakat an der Bundesstraße 238 im Heimatdorf des Bürgermeisters. Dem Plakat ist zu entnehmen, dass dieser Rat an die vorüberfahrenden Autofahrer vom Rat und der Verwaltung der Gemeinde kommt. Hat der Rat wirklich sowas beschlossen? Können wir uns nicht vorstellen, da doch seit Tagen - nein, seit Wochen - solche Empfehlungen durch alle Medien verbreitet werden.

Jeder, der zu Hause bleiben kann oder darf, macht das. Der fährt nicht rum und liest das somit auch nicht.

Für wen also könnte die Botschaft an der B238 sein?

  • Für die „Systemrelevanten“ aus Kalletal, die fahren müssen - zum Klinikum, zur Feuerwehr, zum Supermarkt, zu Schulen, im Notdienst, in Altenpflegeheime? Die wären zwar gern zu Hause, können und dürfen aber leider dem Wunsch des BMs nicht folgen. Im Gegenteil, sie dürfen nicht zu Hause bleiben. Die vom Bürgermeister in Zwangsurlaub beorderten Mitarbeiter können das auch nicht lesen. (Und sind wahrscheinlich froh darüber)
  • Die zum Arzt, zur Apotheke, zum Einkaufen, zur Versorgung der Partner, Kinder, Eltern usw. fahren? Die können sicher auch nur müde lächeln über diesen Hinweis.
  • Für LKW-Fahrer, die Lebensmittel ins Kalletal bringen oder Tankstellen mit Sprit beliefern?
  • Autofahrer, die sich auf den Verkehr konzentrieren müssen, nehmen das auch nicht wahr.

Für welche vorbeifahrenden Autofahrer - aus Richtung Bavenhausen kommend und nach Hohenhausen fahrend - könnte der Hinweis „Bleiben Sie bitte zu Hause" sonst noch sinnvoll sein?

Da laut den Worten des BMs die normalen Kalletaler Bürger die Regeln gut befolgen, kann ergo nur wer …. gemeint sein? ;-)

Immerhin hat der BM - nach Angaben einer Bürgerin auf einen „Regelverstoß“ am Mühlendamm in Hohenhausen (dort trafen sich Jugendliche) - sofort entschlossen reagiert… Zur Strafe wurde das Freie Wlan ausgeschaltet - welch große Keule!!! (HB01042020)

 

 

Kalletaler haben keine Probleme in Corona-Zeiten

Friede - Freude - Eierkuchen

Die Welt im Krisenmodus - das Corona-Virus dominiert Wissenschaft, Medien, Politik und unser aller Leben. Zeit innezuhalten, zusammenzustehen – unverkehrt.de hat ernsthaft diskutiert, ob es momentan wirklich die richtige Zeit für kritische Berichte ist. Die Steilvorlagen, die uns allerdings die Kalletaler Politik in der wohl größten Krise unseres Landes nach dem 2. Weltkrieg beschert, können nicht unkommentiert bleiben. Die politischen Vertreter ducken sich weg und fabrizieren Friede, Freude, Eierkuchen, dabei herrscht bei vielen Menschen nackte Existenzangst. Wie abgehoben kann man eigentlich sein? Läden und Schulen geschlossen, Kurzarbeit droht, soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert, Zukunftsängste en masse - und die Verantwortlichen in Kalletal spielen Spielchen.

Blühsamen ist es, was wir dringend brauchen, da kann man doch wieder ein Dorfidyll-Foto machen: Bürgermeister mit einer Kinder-Gießkanne, aus der es plätschert. Kinderspielplätze, die geschlossen sind, werden jetzt endlich gepflegt und die geschlossenen Schulen gereinigt. Man mag es gar nicht glauben, was einem hier geboten wird. Es scheint wirklich an Ernsthaftigkeit zu fehlen.

Besonders erfreut hat es den Bürgermeister in diesen Tagen, dass die Fraktion der FMK sich für eine weitere Amtszeit seiner Person ausgesprochen hat. Vor lauter Freude hat er gleich den ganzen Vierspalter aus dem Nordlipper vom 21. März 2020 (natürlich auf der Titelseite, es sei an den „Guten Anzeigenkunden“, siehe unten, erinnert) auf Facebook gepostet. Und dass tatsächlich auch noch eine Bezahlzeitung diesen FMK-Sermon abgedruckt hat, wenn auch in Kurzversion (welch journalistische Leistung!) hat ihn wahrscheinlich fast noch mehr erfreut.

Doch wer oder was ist die FMK? Eine Partei? Mitnichten, lediglich eine Fraktion, die sich aus drei verprellten Ex-CDU’lern speist, die alle bei der letzten Kommunalwahl nicht von den Bürgern direkt in den Rat der Gemeinde Kalletal gewählt wurden, sondern über einen sicheren CDU-Listenplatz dort einzogen. Ihr Ratsmandat wollten sie aber dennoch behalten und bürdeten dem Steuerzahler durch eine Fraktionsbildung die entsprechenden Kosten auf.

Am 13. September 2020, so der Termin wegen Corona überhaupt zu halten ist, werden ein neuer Rat und der Bürgermeister gewählt. Und die FMK spricht sich wortreich für eine weitere Amtszeit des Bürgermeisters aus - mit Argumenten, die Kennern der Kalletaler Szene dann doch Lachtränen in die Augen treiben. Ein Beispiel gefällig? Die gefühlte Ewigkeitsbaumaßnahme Hohenhauser Straße, da hat Hecker angeblich den Knoten durchgeschlagen. Die müssen ganz schön unter Gedächtnisschwund leiden. Was also mag diese Herrschaften, die zukünftig in der Lokalpolitik als FMK’ler wohl kaum noch eine Rolle spielen, zu diesem Statement, wer auch immer es formuliert hat, veranlasst haben? Nun, wahrscheinlich ist die Erklärung ganz einfach: Eigennutz. Schließlich hat jeder Mensch so seine Wünsche, da können „gute Beziehungen“ zukünftig nicht schaden. Auch ist es in Kalletal - leider - ganz schön windig…!!! (ED29032020)

 

 

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