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Aktuelles aus Kalletal und Lippe

Nachstehend finden Sie unsere aktuellen Themen und Berichte.

Balkongespräche November 2019

„Nettes“ Nikolausgeschenk für Bauhofmitarbeiter

Schon mehrfach hat unverkehrt.de über das Planungs-, Bau- und Kosten-Chaos des neuen Bauhofs berichtet (siehe Archiv, Allgemeines: Mini Bauhof mit Sanitärbereich für Frauen und Männer, Sept. 2018, Mini Bauhof Sept.2019 und Gedankensplitter Nov. 2018)

Samstag, der 09.11.2019:

Der Bürgermeister wird sicher demnächst im „Kalletaler Blick“ mitteilen, dass der Sommer vorbei, der Herbst da ist und der Winter bald kommt. Darauf wollen Lieschen und Klaus- Wolfgang aber nicht warten.

Klaus-Wolfgangs Freund Olli-Manfred und seine Frau Nicki-Cornelia waren zuletzt im Mai zu Gast, als Olli-Manfred noch an den Mühlenplatz in Langenholzhausen glaubte und Nicki-Cornelia noch behauptete, dass der Ortskern noch 2019 umgebaut wird. Das ist nun Geschichte und es wurde Zeit, Nicki-Cornelia, Olli-Manfred und Philipp-Renes Kumpel Ulli-Jürgen (auch im Rat) zum Herbst-Brunch einzuladen. Lieschen hat wie immer toll aufgetischt, heute gibt es zu Beginn eine leckere Kürbis-Zucchinisuppe.

Nicki-Cornelia:(zufrieden) Danke für die Einladung. Ich dachte schon, ihr meldet euch nicht mehr, nachdem nun alles, was Olli-Manfred und ich bei unserem letzten Treffen behauptet haben, nicht eingetreten ist.

Klaus-Wolfgang: (großzügig) Nicht so wild, war doch klar, hab‘ ich doch im März schon prophezeit.

Olli-Manfred: (wichtig) Aber immerhin weihen wir nun endlich am 06. Dezember den neuen Bauhof ein!!!

Klaus-Wolfgang: Der sollte doch auch schon vor langer Zeit fertig sein und hat wohl auch viel mehr gekostet als man vermutet hat.

Nico-Luis: (fragend) Wieso vermutet? In der Schule haben wir gelernt, dass zuerst geplant, dann gerechnet und erst dann beschlossen wird.

Ulli-Jürgen: Eigentlich ja, wir haben gedacht, dass die Verwaltung das auch so gemacht hat.

Regina-Beate: In der Turngruppe haben sie erzählt, dass sie sich verrechnet haben, alles zu teuer war und dann alles kleiner gemacht wurde. Die vom Bauhof fanden das nicht so gut und haben wohl schon gleich gesagt, dass dann nicht alles reinpasst.

Olli-Manfred: (kleinlaut) Na ja, war leider ein wenig zu teuer, es musste dann gespart werden.

Philipp-Rene: Und nun?

Olli- Manni: (sehr wichtig) Ist ja schon ein bisschen peinlich. Aber immerhin haben wir nun beschlossen, außerplanmäßig (also notfallmäßig) Geld bereitzustellen für eine Organisationsuntersuchung des Bauhofes.

Das ist dann unser Nikolausgeschenk für die Bauhofmitarbeiter zur Einweihung des neuen Hauses.

Philipp-Rene: Manni, das versteh ich nun wirklich nicht, warum war das denn ein Notfall und konnte nicht bis zum nächsten Haushaltsplan warten, wo es doch schon ein Gutachten in Kalletal von der „Wibera“ gibt? Oder soll das Gutachten nur der Privatisierung dienen - also Firmen mit Leiharbeitern und Aufstockern und so … - damit dann danach genug Platz in der neuen Bauhofhülle ist?

Ulli-Jürgen: (ahnungslos) Daran habe ich noch gar nicht gedacht. Ich glaube nicht, dass unser BM und der Kämmerer solche Gedanken bei der Vorlage im Rat am 31.10.2019 hatten.

Mia-Chantal: (überzeugt) Lieber Onkel Ulli-Jürgen, da bin ich mir aber sicher. Wir haben in SOWI gelernt, dass zunächst die Aufgaben und die Organisationsform festgelegt und dann erst geplant wird.

Lieschen: Und außerdem hab‘ ich gelesen, dass für so was extra ein neuer Projekt-Manager im Bauamt vom Bürgermeister eingestellt wurde.

Ulli-Jürgen: (unwissend) Wer ist denn dieser Projektmanager, wo und wie ist der ausgebildet worden?

Klaus-Wolfgang: (ungläubig) Welche „Firma“ ist denn eigentlich für das Gutachten vorgesehen und warum war das Thema im Rat? Immerhin sollen die Kalletaler Steuerzahler dafür „notfallmäßig“ 30.000 Euro hinlegen.

Philipp-Rene: Das Gemeindeprüfungsamt NRW. In der letzten Ratssitzung wurde deutlich, dass der Kämmerer das vorgeschlagen hat, damit der BM und der Kämmerer nicht in „Verruf geraten“, begründet wurde das mit angeblich hohen Stunden-Verrechnungssätzen des Bauhofs.

Klaus-Wolfgang: Aber diese Verrechnungssätze sind doch nur für die interne Verrechnung, die muss doch keiner direkt bezahlen - außer bei Gebühren und da gefallen diese dem Kämmerer gut.

Regina-Beate: Und nach dem Turnen wurde erzählt, dass der Rat nur vom geplanten Gutachten erfahren hat, weil es für diese „dubiose Auftragsvergabe“ in Kalletal keine gesetzliche Grundlage gibt und weil der Rat mal festgelegt hat, dass alles über 15000 Euro im Rat beschlossen werden muss.

Nico-Luis: (fragend) Hat denn im Rat keiner von euch gesehen, worum es der Verwaltungsspitze bei dieser Vorlage (99/2019) wirklich ging?

Mia-Chantal: Ich kann das nicht glauben, dass nochmal 30.000 Euro ausgegeben werde sollen, um Fehlplanungen zu vertuschen und dafür auch noch Arbeitsplätze zu gefährden.

Philipp-Rene: Doch, das ist so. Ich war in der Ratssitzung am 31.Oktober. Der Bürgermeister hat auf Nachfrage behauptet, dass das Ganze nichts mit dem Umzug des Bauhofs zu tun hat, obwohl in der von ihm unterzeichneten Vorlage das Gegenteil steht. Auch ist in seiner Vorlage schon vom Anschlussauftrag an das Gemeindeprüfungsamt NRW die Rede. Da ist der BM allerdings in der Sitzung ein ganz klein wenig zurückgerudert… Da hat eine Fraktion an die Vergabeordnung erinnert. Immerhin haben dann aus deiner Truppe, Olli-Manfred, zwei und eine weitere Fraktion gegen diese unsinnige Ausgabe gestimmt

Regina-Beate: Beim Turnen waren die Frauen der „Arbeiter vom Bauhof“ über diesen Beschluss ziemlich geplättet. Da war von „unwählbaren Sozis und arroganten, neureichen Grünen“ die Rede. Die meisten haben genickt, haben aber auch gesagt, dass die von der CDU auch geschlossen mitgemacht haben.

Klaus-Wolfgang: Das erinnert mich an früher. Aber selbst da bekamen die Arbeiter bessere Nikolausgeschenke. Darüber solltet ihr, Olli-Manfred und Ulli-Jürgen, mal nachdenken.

Lieschen: Jetzt ist aber Schluss mit der Dorf-Politik, jetzt gibt es Kürbissuppe. (HB12112019)

 

 

 

Endlich schwarze Null

Mit erheblicher Verzögerung - aber immerhin - gibt es nun auch in Kalletal einen Jahresabschluss mit positivem Ergebnis.

Beim Bund hören wir das schon seit vielen Jahren von den Finanzministern Schäuble und Scholz. Bei vielen lippischen Gemeinden ist das auch schon seit Jahren so - wegen der guten Konjunktur in Deutschland. Nun hat dieser Trend endlich auch Kalletal erreicht.

In der Ratssitzung am 31.10.2019 wurde der Jahresabschluss zum 31.12.2017 festgestellt und bei der gleichen Abstimmung der Bürgermeister bei zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung entlastet.

Im Haushaltsplan 2017 war von der Verwaltung noch ein Defizit von ca. 1,7 Mio. Euro angekündigt worden, nun hat der Kämmerer einen Überschuss von ca. 0,5 Mio. Euro verkündet.

Was hat zu diesem stark von der Planung abweichenden Ergebnis geführt?

Schon ein erster Blick in die Ergebnis- bzw. Finanzrechnung zum Jahresabschluss 2017      (Anlagen zur Vorlage 97/2019) zeigt, dass augenscheinlich weder Rat noch Verwaltungsspitze entscheidend zur wesentlichen Verbesserung der Finanzsituation beigetragen haben.

Was oder wer war es dann?

Die Einnahmen aus Steuern und Abgaben sind aufgrund der guten Konjunktur im Vergleich zur Verwaltungsplanung um ca. 764.000 Euro gestiegen. Und die Zinsen für Kredite waren weiterhin so historisch niedrig, dass trotz der großen Schulden nur wenig Zinsen gezahlt werden mussten.

Allerdings

sorgt der Rat immerhin seit Jahren dafür, dass

  • bei der Berechnung der Gebühren (Wasser, Abwasser usw.) den Bürgern fiktiv (theoretisch gezahlt- nicht wirklich) sechs Prozent Zinsen auf investierte Maßnahmen abgenommen werden. (ca. das doppelte wie gezahlt)

Und die Verwaltungsspitze sorgte dafür, dass

  • Im Haushaltsplan 2017 zwar ca. 10,7 Mio. Euro für Baumaßnahmen vorgesehen, aber nur für ca. 3,5 Mio. Euro ausgeführt wurden,

Das sind ca. 7,5 Mio. weniger als geplant!

Beispielsweise ist die Sanierung der Dreifach-Sporthalle in Hohenhausen seit mehr als 5 Jahren im Haushalt vorgesehen, die Baumaßnahmen Gemeinschaftsschule und auch der Gehweg Hohenhauser Straße waren von 2016-2018 als feste Ausgaben vorgesehen. Auch mit dem vorgesehenen Straßenausbau Pinningsweg wurde - warum auch immer - 2017 und auch 2018 nicht begonnen. Das Dilemma zum Multifunktionsplatz an der Mühle Langenholzhausen sei hier nur am Rande erwähnt. (siehe hierzu auch unverkehrt.de. Allgemeines und Balkongespräche „Verzockt und gründlich vermasselt) usw. Das war auch im Haushaltsplan 2016 schon so, hat sich 2018 so fortgesetzt und zeichnet sich für 2019 ähnlich ab

Unter Berücksichtigung dieser Fakten kann das Jahresergebnis 2017 nicht als gut bezeichnet werden, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass das Eigenkapital in den letzten Jahren immer weiter aufgezehrt wurde und von 2014 -2017 nochmals um ca. zwei Mio. Euro auf den Tiefststand gesunken ist.

Auch der Vortrag der Gemeindeprüfungsanstalt NRW im Rat am 31.10.2019 zum Haushalt hat nochmals eindringlich klargemacht, dass Rat und Verwaltung ihre Schularbeiten noch machen müssen.

Die Hinweise der GPA von viel zu geringen Investitionen und mangelnden Unterhaltungsaufwand im Straßenbau, vom großen Werteverzehr beim Straßenvermögen, vom erheblichen Überangebot bei Sporthalleneinheiten, Sportplätzen und zugehörigen Sporthäusern, den üppig bemessenen Schulstandorten und vielen weiteren freiwilligen Leistungen bei gleichzeitig sinkender Bevölkerung haben Rat und Verwaltung schon oft gehört – nur bisher leider nicht gehandelt.

Schon eine Mini-Zinserhöhung und oder eine kleine Konjunkturschwäche würde im Kalletal aus einer schwarzen Null zu einer roten Zahl X führen.

Unabhängig davon sind natürlich auch wir von unverkehrt.de glücklich darüber, dass dieser Mini-Jahresüberschuss 2017 die Ausgleichsrücklage ein klein bisschen auffüllen kann. (ED/HB04112019)

 

 

 

Er-freut und Er-schrocken

Unser am 05.10.2019 erschienener Artikel auf unverkehrt.de mit dem Titel

„Fromme Wünsche“ zeigte sofort Wirkung.

Hier ging es um den Vorschlag des Bürgermeisters (eigenhändig erstellte Vorlage) zur Verwendung der Zuschüsse durch das Land NRW für Investitionen zur Verbesserung der Schulinfrastruktur. (Siehe hierzu Beschluss-Vorlage 93/2019)

Im Haupt -und Finanzausschuss am 08.10.2019 wurde erstmalig darüber beraten.

Erfreut

sind wir: natürlich, dass der Bürgermeister sehr schnell auf unsere Hinweise reagiert hat und die „Ungereimtheiten“ in der durch ihn erstellte Vorlage 93/2019 schon eingangs der Beratungen richtiggestellt hat (Wenn auch nur teilweise)

Erschrocken

Sind wir:

  • über die Ausführungen des BMs zur Privat-Schule Varenholz:  Der BM hat in der Sitzung behauptet, dass aufgrund des Kommunalinvestionsfördergesetzes Kapitel 2 das privatwirtschaftlich betriebene Bildungs-Unternehmen in den vom Landesverband Lippe angemieteten Räumen einen Teil der Fördermittel (Schulinfrastruktur) WEITERGEGEBEN WERDEN MÜSSEN.

        Wie hoch der Anteil dieser Privat-Förderung ist, entscheidet der Rat.

        Die Kritische Nachfrage, ob mit der Maßnahme bereits begonnen wurde

        und die Antwort des BM (ich glaube nicht, dass wäre schlecht) spricht …… Bän...                       

  .    über den Vorschlag des BMs zur Ertüchtigung der Schulsportanlage durch eine

       Kunststofflaufbahn einschließlich Weitsprunganlage an der Grundschule

         Hohenhausen                          

       Wir von unverkehrt.de haben diese Maßnahme befürwortet, weil … bitte vor Ort schauen- alles        vorhanden.

        In der Sitzung am 08.10.2019 erklärte der BM nun, dass er gar nicht die    

        Grundschule Hohenhausen, sondern die Grundschule Langenholzhausen meinte.

        Diese Maßnahme hat die Fachbereichsleitung übriges schon in der Sitzung des Ausschusses

         für Planen und Bauen am 28.09.19 bekannt gemacht. Wozu jetzt noch Zustimmung?

  • darüber, dass außer“ Unverkehrt.de“ scheinbar kein Rats- und Ausschussmitglied (auch nicht aus Langenholzhausen) diesen gravierenden Fehler in der BM-Vorlage bemerkt hat.(vermutlich hätten die das auch noch mit Hohenhausen beschlossen)  Immerhin hat zu diesem Punkt ein Ausschussmitglied der Grünen nochmal um Bestätigung gebeten, dass nun doch Langenholzhausen gemeint ist.
  • darüber, dass außer vom UKB-Chef keine Nachfragen zur Schülerzahl in    Bavenhausen kam, die der BM damit beantwortete, dass zukünftig mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen sei. (Anmerkung von Unverkehrt.de: die Schülerinnen und Schüler der nächsten 6 Jahrgänge sind bis auf Zu-oder Wegzüge bekannt).
  • darüber, dass nicht eine einzige Nachfrage aus dem Hauptausschuss zur Art der energetischen Sanierung der Grundschule Langenholzhausen kam, obwohl genau dafür personell erheblich aufgerüstet (wie in keiner weiteren Gemeinde dieser Größe) wurde. (Klima- oder doch besser Klimaschutzmanagement)
  • über die Ausführungen des BM zum Multifunktionsraum und die „Mitnutzung durch die Kirchengemeinde Talle“ in der Grundschule Bavenhausen. Zunächst sprach der BM bezüglich der Kosten von 90% Fördermittel, 5% Politische Gemeinde und 5 % Kirchengemeinde Talle. Unmittelbar danach sprach der BM von 90% Fördermittel, 10 % Kirchengemeinde Talle, Politische Gemeinde: Null, Null. Was stimmt denn jetzt???
  • (Wir bezweifeln die „Nullnummer für die Gemeinde, insbesondere bei den laufenden Kosten) Die UKB kam deshalb zum Schluss, dass die Gemeinde am Ende also noch einen „Reibach“ durch den Verkauf des Mensa-Containers macht. Das wollte der BM aber nicht bestätigen- wer weiß was der BM mit diesem Container vorhat??

Erfreut

  • hat uns natürlich die Nachfrage aus dem Ausschuss über die Eignung des „Musikraumes“ für die geplante zukünftige Mensa in der Grundschule Bavenhausen. Immerhin wird hierdurch die Baumasse nicht erhöht, auch die zu beheizende Fläche nicht. Wir können das nur unterstützen. Nur ein sehr kurzfristig zu kündigender Mietvertrag mit der Kirchengemeinde Talle bezüglich der „geplanten Umnutzung des Musikraumes zu Mensa“ wird der derzeitigen Situation gerecht. Dazu bedarf es auch keines Baukostenzuschusses, dass schafft nur falsche Abhängigkeiten!!

Erschrocken

  • sind wir natürlich, dass kein Entscheidungsträger bezüglich Alternativen zur Kaufpreisbeteiligung durch die Kirchengemeinde Talle (und dadurch kostenloser Nutzung) der Räume in der Grundschule nachgefragt hat, bzw. Alternativen von der Verwaltung aufgezeigt wurden. Alternativlos ist der BM-Vorschlag jedenfalls nicht!      
  • sind wir natürlich, dass auch der Rat am 10.10.2019 bei nur drei Gegenstimmen diesen Vorschlag des Bürgermeisters ohne Kostenschätzung in der Vorlage großartig fand.

Ergebnis:

  • Der Schreck ist größer als die Freude
  • Oder: Wo alle das gleiche denken, wird wenig gedacht.(HB13102019)

 

 

 

Fromme Wünsche

Vom Pfeifen der Kirche aus Talle und vom Springen des Bürgermeisters aus Bavenhausen

Am 08.10. und am 10.10.2019 stehen im Hauptausschuss und im Rat Beratungen zum Thema: Kommunalinvestitionsförderungsgesetz Kapitel 2 an. (Siehe hierzu Vorlage 93/2019, zu finden auf der Internetseite der Gemeinde Kalletal -Rat und Verwaltung - Ratsarbeit - Vorlagen-Haupt und Finanzausschuss)

Es geht um die Verwendung der Mittel für Investitionen zur Verbesserung der Schulinfrastruktur in Höhe von gut 650.000 Euro.

Hier sollen die „Volksvertreter“ die Ausführungen der Verwaltung „zustimmend zur Kenntnis nehmen“, nicht etwa beschließen.

Zunächst hatten Verwaltung und Fachausschuss die Mittel für einen „Treppenlift Jakobischule“ und für den Bau des „Waldauges“ im Wald-und Forstmuseums Heidelbeck vorgesehen. Das mit dem Waldauge wird nun nichts, dieser Fördertopf von Bund und Land kann ausschließlich für Investitionen zur Sanierung, Umbau und Erweiterung von Schulbaugebäuden für finanzschwache Gemeinden verwendet werden. Die Bedingung „finanzschwach“ kann Kalletal locker erfüllen.

Scheinbar muss nun kurzfristig ein neues „Investitionskonzept“ her.

Das stellt sich aber für uns als völlig unausgegorener Schnellschuss des Bürgermeisters dar, der für die neue Vorlage als Verfasser zeichnet.

  • Modernisierungen in der Schule Varenholz: Verwaltungsseits in Aussicht gestellt, von wem? Muss eine finanzschwache Gemeinde ein privatwirtschaftlich betriebenes Unternehmen und den Landesverband Lippe unterstützen?
  • Die Ertüchtigung der Schulsportanlage im Schulzentrum Hohenhausen scheint noch begründbar aufgrund der Schülerzahlen, aber nur bei Betrachtung des gesamten Schulzentrums.
  • Die Ertüchtigung der Schulsportanlage in Bavenhausen durch eine Kunststofflaufbahn einschließlich Weitsprunganlage ist nicht zu begründen. Die letzten Anmeldungen der Schülerzahlen haben selbst unter fragwürdigen Umständen nur knapp für eine neue Klasse gereicht. Diese Anlagen können nur in den Sommermonaten (abzüglich 6 Wochen Ferien) ….x-mal ?? von wenigen genutzt werden.
  • Energetische Gebäudesanierung Grundschule Langenholzhausen. Den in den Anlagen beigefügten, etwa ein Jahrzehnt alten Vorschlag zum Austausch der Lampen als Begründung für den Austausch von Fenstern und Türen sowie den Einsatz eines Wärmedämmverbundsystems an der Grundschule Langenholzhausen zu zitieren, dürften viele energiebewusste Bürger kritisch hinterfragen.
  • Multifunktionsraum an der Grundschule in Bavenhausen. Der Vorschlag des Bürgermeisters (er bezeichnet ihn als alternativlos) ist grotesk und sicher für viele Wähler mehr als befremdlich. Es gibt immer Alternativen, in diesem Fall besonders viele.

Das klingt wie: Kirche Talle pfeift – Bürgermeister springt

Spätestens hier wird man das Gefühl nicht los, dass der Bürgermeisterwahlkampf begonnen hat,      es werden Geschenke verteilt. Was soll hier zustimmend zur Kenntnis genommen werden?

Wer berät hier wen?

Der Inhalt des von der Kirchengemeinde Talle vorgelegten Antrages vom 20.9.2019 (am selben Tag bei der Gemeinde eingegangen) auf Nutzung eines von der Gemeinde vorzuhaltenden „Multifunktionsraumes“ klingt wie vom BM und der Schulleitung bestellt. Woher sonst sollte der Pfarrer wissen, wie die Aufsicht über die Kinder in Mensa und Schule stattfindet und dass die Container Energiefresser sind. Obwohl, das wissen im Rat alle seit fast einem Jahrzehnt, nicht erst seit der Ausarbeitung der Verbraucherzentale aus Oktober 2018, siehe Anlage zur Vorlage von Hecker an Hecker am 12. September2019, Kalletal Kantine. Viele weitere der aufgeführten 10 Punkte betreffen die Gemeinde - nicht die Kirchengemeinde.

Fakten:

  • Die Kirchengemeinde hat nach eigenen Angaben in den 1970er Jahren ein Gemeindehaus für kirchliche Zwecke erworben. Da das Haus für den eigenen Bedarf total überdimensioniert und die Unterhaltung viel zu aufwendig war, wurde es auch Gruppen im Dorf, wie z.B. dem Heimatverein und Weiteren, zur Nutzung angeboten. Aber auch dafür gab es so gut wie keinen Bedarf.
  • Mit Schreiben vom 20.09.19 teilt die Kirchengemeinde mit, dass sich für ihr Gebäude ein Käufer gefunden hat und in Kürze die Übergabe erfolgt.
  • Nun sucht die Kirchengemeinde nach einem kostengünstigen Ersatz einschließlich Kinderspielplatz.
  • Den soll nun der Steuerzahler liefern?
  • Die Taller Kirchengemeinde schreibt in ihrem Nutzungsantrag: Die Kirchengemeinde kann sich von einer pflegeaufwendigen und energetisch unzureichenden Immobilie trennen und erhielte die Möglichkeit, weiter vor Ort präsent zu sein und Veranstaltungen anzubieten.

Welch frommer Wunsch.

So etwas wünschen sich sicher viele.

Wie war das mit der Säkularisierung? (Definition Bedeutung Duden):

Loslösung des Einzelnen, des Staates und gesellschaftlicher Gruppen aus den Bindungen an die Kirche.

Ob ein „Mensaanbau“ notwendig ist oder aufgrund der sehr geringen Schülerzahl die Umnutzung vorhandener Räume möglich ist, sollte genau geprüft werden.

Die Zustimmung der Schulleitung war zu erwarten, sichert das doch durch Nutzungsverträge ein wenig den mehr als „wackeligen“ Schulstandort. Auch die Befürwortung der Landeskirche für solch ein kostengünstiges Projekt können wir nachvollziehen.

Wir können nur hoffen, dass die Vorschläge nicht kritiklos zur Kenntnis genommen, sondern genaue Planungen mit Zahlen und Begründungen von der Verwaltung eingefordert und erst danach Beschlüsse gefasst werden. Es geht immerhin um rund 650.000 Euro. (HB05102019)

 

 

 

Dornröschen-Schloss wie von Zauberhand wachgeküsst

 

"Wünsch dir was"

wird von Verwaltung und Rat in Kalletal nun wahrlich mit Inbrunst gespielt, doch dass sogar die Wünsche von unverkehrt.de erfüllt werden, erstaunt sicher nicht nur unser Team. 

Am 19. September 2019 hatten wir das zugewachsene ehemalige Technische Rathaus moniert (s. u.) und am 2. Oktober wurde die Fassade schon von einer beauftragten Fremdfirma freigeschnitten. Wenn das keine Zauberei ist? Wir sagen erst einmal ganz herzlich DANKE.

Die Entlaubung dieser ökologisch wertvollen Fassadenbegrünung macht aber nur Sinn, wenn dort auch wieder Leben einzieht, es Mitarbeiter gibt, die gute Luft und Tageslicht nutzen können.

Ob uns auch der weiter gehende Wunsch erfüllt wird:

Wann zieht das Bauamt wieder ein? (ED02102019)

 

 

 

 

 

Dorfplatz Langenhozhausen - wie könnte es weitergehen ?

Verzockt und gründlich vermasselt,

so die Titel der Berichte über den geplanten Dorfplatz an der Mühle Langenholzhausen von unverkehrt.de, Balkongespräche März und Mai 2019 und unter „Allgemeines“ am 30.04.2019.

Seit Jahrzehnten versuchen die „Langenholzhauser“ einen Dorfplatz als Mittelpunkt für Zusammenkünfte, Dorffeiern usw. zu errichten.

Bisher ohne Erfolg. Auch weil es keine Einigkeit unter den Bürgern und Vereinen gab.

Natürlich gibt es ausreichend Möglichkeiten in Langenholzhausen Dorffeste zu veranstalten.

Der Sportplatz wurde immer bevorzugt von der Gemeinde gefördert, insbesondere weil das ehrenamtliche Engagement sehr hoch war. Aber die jahrelange Fixierung auf Fußball begeisterte nicht alle und die Lage ist nicht ideal für Dorffeste.

Der Platz an der Feuerwache ist eigentlich ideal, er liegt sehr zentral und bietet ausreichend Platz für ein Dorf dieser kleinen Größe und der Betreiber des angrenzenden Dorfkrugs würde sicher auch erfreut sein und dazu beitragen den Erhalt zu sichern. Die Herrichtung dieses Platzes fand aber nicht die Zustimmung von bestimmten Entscheidungsträgern - warum auch immer…

Ein weiterer geeigneter Standort ist der Bereich um die alte Grundschule in Langenholzhausen. In den letzten Jahren fanden hier Feierlichkeiten aller Art statt. Das lag vor allem daran, dass durch den demografischen Wandel und einen sehr aktiven AWO-Vorsitzenden in der ehemaligen Grundschule ständig „Hochbetrieb“ war.

Aber auch dieser Standort war den Langenholzhauser „Parteigrößen“ nicht recht.

Es wurden vor fast einem Jahrzehnt aufwendige Planungen und Berechnungen für einen Standort im Bereich der Osterkalle nahe der Mühle und Kirche beauftragt. Ein schon vorliegender Förderbescheid (Zuschuss aus Landesmitteln) kam glücklicherweise nicht zur Ausführung, weil private Eigentümer und die Kirchenvertreter nicht zustimmten.

Vor Kurzem wurden die Planungen erneut beauftragt (obwohl vorhanden). Die Vertreter der Kirche waren aufgrund bestimmter Details wieder nicht begeistert, aber ein neuer Förderantrag auf Landesmittel wurde per Ratsbeschluss auf den Weg gebracht, insbesondere weil inzwischen die Ortsumgehung fertig gestellt war und dieser Verkehr nicht mehr durch den Ort führte, sollte der Rückbau der Bundesstraße im Ortskern mit dieser Maßnahme verbunden werden.

Durch die Möglichkeit des Grunderwerbs von zentralen Grundstücken schien eine großartige Lösung greifbar.

 

Außerdem ergab sich dadurch die Lösung für Hochwasserprobleme in Langenholzhausen.

Leider wurde auch diese Chance - insbesondere vom BM und Kämmerer - vertan.

Die Vertreter der Parteien in Langenholzhausen, der BM, die Leiterin des Bauamts, der Jurist in der Kämmerei usw. stellten sich derart dilettantisch an, dass der Erwerb der notwendigen Flächen völlig in die Hose ging. (siehe Berichte unverkehrt.de, Allgemeines und Balkongespräche: Verzockt und gründlich vermasselt)

Nach unserem letzten Bericht gab es aus der Verwaltung zu unserer Verwunderung den Pressebericht, dass unabhängig vom misslungenen Grunderwerb die Baumaßnahme „Vorplatz Mühle, Umbau B 238 Ortszentrum usw.“ natürlich trotzdem durchgeführt werden sollte.

 

 

Späte Einsicht

In der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen am 25.09.2019 gab die Verwaltung nun bekannt, dass diese Maßnahmen nicht ausgeführt werden solle, weil kritische Stimmen (was sich auch immer dahinter verbirgt) aus Langenholzhausen gekommen wären. Nun sollen angeblich nochmals Gespräche geführt werden.

Mit wem?

Mit den Langenholzhauser Bürgern?

Mit den Kalletaler Parteigrößen?

Immerhin ist Langenholzhausen im Rat der Gemeinde vertreten mit:

- Dem Fraktionschef der Kalletaler SPD

- Dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Kalletaler CDU

- Dem ehem. Fraktionsvorsitzenden der Kalletaler CDU, der heute zur FMK gehört.

Diese geballte Macht könnte doch was bewegen, oder??

Wir von unverkehrt.de empfehlen Parteigrößen, BM, Kämmerer, Fachabteilungen:

  • Bedarf:

Erstellung einer Bedarfsanalyse für einen Dorfplatz (muss kein Fachbüro sein)

Hier ist die Frage zu entscheiden, ob überhaupt über die derzeitigen Möglichkeiten hinaus eine weitere Maßnahme notwendig ist.

Falls doch wider Erwarten ein weiterer Platz gewünscht ist:

Voraussetzung:

Dorfgemeinschaft sichert verbindlich zukünftige Unterhaltung - wie in anderen Kalletaler Ortsteilen - zu. (Das dürfte bei den Parteigrößen kein Problem sein!)

Standortentscheidung:

Dabei ist das städtebauliche Sanierungsgebiet in Langenholzhausen genauer zu betrachten. Die städtebaulichen Missstände an der ehemaligen Bundesstraße im Ortskern (gegenüber den Geldhäusern) sind unübersehbar. Fördermittel stehen zu deren Beseitigung sicher bereit. (Städtebauförderung, Leader, ISEK, IKEK usw.) Historische Wege-Beziehungen zur „Lippischen Rose“, zur Feuerwehr und auch zur Kirche sind schon vorhanden. Auch die räumliche Nähe zu diesen Einrichtungen ist gegeben. Fehlt nur noch ein gutes, ausgereiftes Konzept, Einigkeit von Bürger, Rat und Verwaltung und sensible Verhandlungen auf der Grundlage realistischer Zahlen.

Dann müsste da doch was gehen! (WJ01102019)

 

 

 

 

Gedankensplitter September 2019 (2)

Wer küsst dieses Dornröschen-Schloss wach?

Es war einmal … ein Technisches Rathaus - bevor der Bürgermeister mit Ratsmehrheit beschloss, es in eine Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln. Eine Prüfung der Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit, Machbarkeit und vor allem Wirtschaftlichkeit dieser Idee fand nie statt. Auch auf Nachfragen hin wurden nur Nebelkerzen gezündet. Nachdem das mit der Flüchtlingsunterkunft nichts mehr war, wurde von einer Tafelausgabe gesprochen, einem Schulungszentrum, einer Prüfung zur Umfunktionierung für gesunde Zwecke... Unverkehrt.de berichtete mehrfach, siehe im Archiv unter Allgemeines „Mantel des Schweigens“ und vier Gedankensplitter zur Nutzung des Technischen Rathauses.

Was ist passiert? Nichts, wirklich gar nichts - wie unsere Fotos (© Elke Dalpke) zeigen. So sollte eine Kommune nicht mit ihren Gebäuden umgehen. Das ist Werteverfall pur und kein erfreulicher Anblick!

Wann zieht das Bauamt wieder ein…? (ED19092019)

 

 

Gedankensplitter September 2019 (1)

„50 Jahre Gemeinde Kalletal - was Heimat bedeutet!“,

so der Titel der Festrede zum Jubiläum am 21. August 2019 von

Jürgen Osterhage aus Bavenhausen (ARD-Korrespondent a.D.)

Wir von unverkehrt.de waren gespannt, zumal wir uns im Vorfeld ein wenig über das neue Tätigkeitsfeld des „Ex-Kalletalers“ informiert hatten.

Bei der Recherche im Internet konnten wir u. a. Folgendes lesen:

Seit dem 1.März 2019 ist Herr Osterhage bei der WMP-AG als neuer Senior Advisor bei der WMP Berliner Kommunikationsagentur WPM EuroCom tätig.

Die WMP-AG ist eine Unternehmensberatung für Wirtschaft, Medien und Politik.  

Herr Osterhage wird auf der zugehörigen Internetseite (https://wmp-ag.de) als gebürtiger Detmolder vorgestellt, der zukünftig seine Medienkompetenz in eine erfolgreiche Kommunikationsagentur einbringen möchte.

Unter der Rubrik: “Leistungen“ erfährt der Leser u.a. Folgendes:

„Wir wissen, wie wir unseren Kunden eine faire Chance auf Gehör verschaffen- weil viele unserer Kolleginnen und Kollegen über viele Jahre selbst an entscheidenden Stellen von Wirtschaft, Medien und Politik Verantwortung getragen haben“. Also „Medienprofis mit Durchschlagskraft“.

Ein Blick in die Rubrik „Unser Team“ bestätigt das:

Der Aufsichtsrat ist mit H.H. Tiedje (früherer Chefredakteur von „Bild“ und „Bunte“), Dr. Wendelin Wiedeking (früher Vorstand Porsche), Hans Eichel (früher Finanzminister) und Weiteren sicher prominent besetzt. Auch das Team der Mitarbeiter aus ehemaligen Ministerialdirigenten/Direktoren, ehemaligen Staatssekretären, ehemaligen Botschaftern und vielen weiteren kann sich sehen lassen. Da passt Jürgen Osterhage auch als früherer Redenschreiber von Norbert Blüm sicher ins Team.

Das Unternehmen WMP wirbt mit fundierten Erfahrungen, umfangreichen Kontakten und Netzwerken.

Da kann man sicher eine professionelle Recherche voraussetzen.

Nun aber zur Festrede:

Sehr geehrter Dr. Hecker…, so begann die Rede…

hatten wir da was verpasst?

 - kurz danach nochmal – sehr geehrter Dr. Hecker……

hatten wir uns verhört… Nein!

Dementiert wurde das vom Bürgermeister scheinbar nicht. Lediglich aus den hinteren Reihen im Festzelt war ein „Juchen“ zu vernehmen. Der Referent stellte auch nichts klar.

Ein so qualifizierter Redner hatte sich doch ganz sicher auf seinen Besuch in der alten Heimat gut vorbereitet.

Seine Zettel musste er des Öfteren wenden… - bei den weiteren Ausführungen zu seinen Auslandsaufenthalten, 26 Umzügen und dem Thema Kalletal und Heimat.

Unsicherheit machte sich bei den Mitgliedern von unverkehrt.de breit:

Sollte der frühere Mitarbeiter im Abwasserbereich der Gemeinde Dörentrup und derzeitige Bürgermeister der Gemeinde Kalletal wirklich inzwischen diesen Titel haben?

Hatte er überhaupt die Voraussetzungen erfüllt oder war es der “Dr. h.c.“ - ehrenhalber. Man kann sich sowas aber auch kaufen.

Eine intensive Überprüfung ergab nichts von alldem:

  • weder Voraussetzungen dazu erfüllt,
  • weder promoviert,
  • weder Ernennung ehrenhalber
  • weder gekaufter Titel.

Auch von der „Hofberichterstattung“ und auf der Facebookseite des BM wurde von diesem neuen Titel nicht berichtet. Wir gehen davon aus - da bisher seitens des Bürgermeisters nichts dementiert wurde - dass er diese „Rolle“ für sich angemessen findet.

Aber wie kommt ein Medienprofi in einer Festrede zu einer solche Anrede?  Vieles ist denkbar – von „hat jemand gesagt bis DORV-Hochschule“,

 aber wir wissen es nicht und wollen das auch spekulativ nicht vertiefen.

Hatte der Bürgermeister der Gemeinde Kalletal zum Jubiläum tatsächlich nach dem goldenen Kanaldeckel auch noch einen weiteren Titel erhalten?

Nein:

es bleibt dabei, der letzte Titel wurde dem Kalletaler Bürgermeister vom Institut für unterirdische Infrastruktur gGmbH (mehrere Firmen aus der Kanalbranche) 2010 verliehen.

Es war der goldene Kanaldeckel, (siehe hierzu unverkehrt.de. Archiv, Allgemeines, Auszeichnungen für besondere Leistungen in Gold) (HB09092019)

 

 

 

 

Mini-Bauhof ?

Was lange währt…. Schon im September 2018 (siehe Archiv, Allgemeines, Bauvorhaben) hatte unverkehrt.de erstmals und als einziges Medium über den viel zu kleinen, neuen Bauhof der Gemeinde Kalletal geschrieben und im November 2018 (siehe Archiv, Gedankensplitter, Alle Elefanten fliegen hoch) nach merkwürdigen Ausführungen des Bürgermeisters noch einmal nachgelegt. Nun hat es das Thema doch tatsächlich in den Rat der Gemeinde Kalletal geschafft. Hut ab! Daumen hoch!

Der Niederschrift zur Ratssitzung am 11.07 2019 ist nun unter Punkt 13 folgende schriftliche Anfrage der CDU-Fraktion Kalletal zu entnehmen:

  1. „Ist der Neubau des Bauhofs groß genug, um keine weiteren Räumlichkeiten für Inventar und Geräte vorhalten zu müssen?“
  2. „Zu welchem Datum wurden/werden die Pachtverträge des „alten“ Bauhofs gekündigt?“

Der Bürgermeister beantwortete diese Fragen persönlich:

  Zu 1. „Der Neubau des Bauhofs bietet neben den durch Gemeindeunfallverband und die  

             Berufsgenossenschaft geforderten Standards ausreichend Platz für das hier

             vorhandene Inventar. Durch strukturierte Anordnung von Regallagern und 

             Reduzierung vorzuhaltender Baustoffe und Altgeräte auf das notwendige Maß wird

             das vorhanden Platzangebot effizient genutzt.“

  Zu 2. Die Kündigung des Mietvertrages zum 30. Juni 2020 erfolgte am 05. Juni 2019 durch

           die Verwaltung. Diese wurde der Eigentümergemeinschaft persönlich durch den

           Kämmerer und den Bürgermeister übergeben und durch den Eigentümer per Schreiben

           von 06. Juni 2019 bestätigt.

Bei diesen Antworten reibt Frau/Mann sich verwundert die Augen.

Ein einfaches Ja oder Nein wäre bei Frage eins ausreichend.

Aber es kam anders.

Was die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen (Berufsgenossenschaft und die Unfallkasse NRW) mit der Frage der Bauhofgröße zu tun haben, erschließt sich unverkehrt.de nicht. Warum dieser Hinweis? Dass beim Bau die Unfall-Sicherheitsbestimmungen zum Schutz der Mitarbeiter eingehalten werden, ist wohl selbstverständlich. Auch dass die Regallager strukturiert angeordnet werden, macht den Neubau nicht größer und ist außerdem auch selbstverständlich. Der Hinweis auf die Reduzierung vorzuhaltender Baustoffe und Altgeräte spricht eine deutliche Sprache. Die effiziente Nutzung des im Bauhofneubau vorhandenen Platzangebots an dieser Stelle ist zynisch und wird alle Bauhofmitarbeiter „begeistern“.

Wenn Platz fehlt, muss man stapeln…….

Bei einigen Materialien und Geräten wird das schwer - Wasserwerk, Winterdienstgeräte in Salzhalle des Kreises? - Tischlerei, usw. usw.

Vermutlich wäre ein schlichtes NEIN die richtige Antwort auf Frage eins gewesen.

Wir sind gespannt, welche zusätzlichen „Unterstellmöglichkeiten und vor allem von wem“ angemietet oder welche Aufgaben - wie z.B. Grünflächenpflege im Sommer- an wen vergeben werden.

 

Auch die zweite Antwort des Bürgermeisters überrascht uns.

Wieviel Gramm wiegt ein Kündigungsschreiben, ein DIN-A 4 Blatt? Wir vermuten ca. 6,66 Gramm (60-100 Gramm/qm, abhängig von Papierstärke).  Das Gewicht kann also nicht den Einsatz von zwei “Spitzenbeamten“ erfordert haben. Was war also der Grund? Der Eigentümer hat die Bestätigung jedenfalls auch allein geschafft.

Und warum erfolgte die Kündigung so spät, obwohl der Bauhof laut Mitteilung der Bauamtsleitung Mitte August 2019 fertiggestellt ist?

Weitere 12 Monate Miete……. !?

Wir hatten unter Mini-Bauhof im September 2018 über die Ankündigung des Bürgermeisters, dass der angemietete Bauhof Anfang 2019 aufgegeben werden soll, kritisch berichtet.

Und dann erfolgt die Kündigung im Juni 2019 zum 01.07.2020 ?

Der Reihe nach:

Im März 2017 (Ausschuss für Planen und Bauen) wurden die erforderlichen Nachbesserungen am derzeitigen Bauhof und die zu zahlende Miete vom Bürgermeister als Grund für den Bauhofneubau benannt, da sei ein Neubau die wirtschaftlichere Alternative.

Angedacht war eine Leader-Förderung für einen „energieautarken Bauhof“ (Wärmepumpe, Photovoltaikanlage).

Was wurde aus dieser Planung?

Von Anfang an wurde gemunkelt, dass die Kostenschätzung der Bauamtsleitung und des BMs nicht passten.

Schon in der Sitzung des Fachausschusses im März 2017 wies der Planer darauf hin, dass der Leiter des Bauhofs Bedenken bezüglich der Größe angemeldet hatte, die aber aus Kostengründen nicht erfüllt werden konnten.

Warum? War die Kostenschätzung zu gering? Wäre ein Neubau des Bauhofs dann nicht mehr wirtschaftlich?

Niemand hinterfragte in Fachausschuss und Rat die Kostenentwicklung. Scheinbar wurde nur das Bauprogramm immer reduziert und angepasst. Auch als sich herausstellte, dass die „abwassertechnischen Anlagen“ nicht ausreichten und eine Regenrückhaltung für den Neubau des Bauhofes und die Salzhalle des Kreises erforderlich wurden, hinterfragte niemand die Wirtschaftlichkeit eines Neubaus. Im Gegenteil, der Auftrag für das Regenrückhaltebecken wurde im Juni 2018 ohne Nachfrage für 191.716,56 € vergeben. Ob das wohl auch Auswirkungen auf die Kanalgebühren aller Nutzer in Kalletal hat?

 

Nun fehlen nur noch die Fertigstellung der Halle mit strukturiertem Regallager und die Außenanlagen und die Geschichte mit dem „energieautark“- aber das wird auch noch kommen….. wie auch immer….. zumindest in der Presse.

 

Und nun lesen Sie bitte die Anfrage der CDU und die Antworten erneut…….

 

Nachfragen seitens der CDU zu den Antworten gab es nicht, andere haben aber nicht einmal gefragt… (HB02092019)

 

 

 

50 Jahre Gemeinde Kalletal

Festprogramm wirft Fragen auf

Kalletal feiert einen runden Geburtstag im Vorfeld des Heimatfestes in Hohenhausen. 1969, also vor 50 Jahren, wurde aus 16 selbstständigen Ortschaften die Gemeinde Kalletal gebildet - eine Feierstunde ist allemal angemessen und das beliebte Heimatfest bietet einen durchaus passenden Rahmen, noch dazu, wo es seit mittlerweile 60 Jahren gefeiert wird.  Dass der Bürgermeister der Gemeinde und die Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Hohenhausen zur offiziellen Feierstunde am 21. August Grußworte sprechen, macht da Sinn.

Wer allerdings ins Programm der Feierstunde schaut, reibt sich doch etwas verwundert die Augen. Dort sprechen der Bürgermeister und seine beiden ehrenamtlichen Stellvertreter Grußworte, dann erst die Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft. Das ist allerdings ein Novum, das wohl in keiner anderen Gemeinde praktiziert wird. Die Stellvertreter des Bürgermeisters sind dann aktiv, wenn der Bürgermeister krank ist, andere wichtigere Verpflichtungen (kommt in Kalletal nicht vor) oder Urlaub hat. Und der zweite Stellvertreter kommt nur zum Zuge, wenn der erste Stellvertreter verhindert ist. Das alles ist im Kommunalrecht NRW geregelt. Stellvertreter vertreten, wie ja nun der Name schon sagt, den BM - bei der Repräsentation.

Das wirft für unverkehrt.de natürlich ein paar Fragen auf: Warum tritt dieses „Trio“ beim Heimatfest gemeinsam auf und wer vertritt eigentlich wen? Liegt es vielleicht daran, dass die Stellvertreter eigentlich keine Aufgaben haben bei einem derart „repräsentativen“ und auf Facebook hyperaktiven Bürgermeister? Irgendwann sollten sich Stellvertreter ihre Aufwandsentschädigung ja auch mal „verdienen“. Will der BM sie also mit einem Auftritt beim größten Fest in Kalletal bei Laune halten und ihnen ein Gefühl von Wichtigkeit vermitteln?

Man könnte natürlich auch noch spekulieren, dass keiner aus dem Trio seine Aufgaben nach dem Kommunalrecht kennt… Was allerdings beim hauptamtlichen BM sehr befremden müsste (um es mal vornehm auszudrücken), bei den beiden Ehrenamtlichen könnte man da schon eher mal ein Auge zudrücken, auch wenn sie nicht erst seit vorgestern im Rat sitzen.

Sie finden diese „unverkehrt“-Vermutung arg böse? Nun, die Anzeichen verdichten sich durchaus: Auch Anzeigen der Gemeinde Kalletal wurden von diesem Trio schon „unterzeichnet“. Nachahmer aus anderen Städten und Gemeinden gibt es nicht, das muss eine Bedeutung haben!

Die Feierstunde „50 Jahre Gemeinde Kalletal“ findet am 21. August 2019 um 19.30 Uhr im Festzelt am Römerweg in Hohenhausen statt. Die Festrede des ehemaligen ARD-Korrespondenten Jürgen Osterhage, der aus Bavenhausen stammt, darf mit Spannung erwartet werden. (ED16082019)

 

 

Gedankensplitter Juli 2019 (2)

Kunstrasenplätze sind nach Angaben des Fraunhofer Instituts die drittgrößte Quelle für Mikroplastik in der Umwelt

Über einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung eines Kunstrasenplatzes wurde erneut am 09.07.2019 im Hauptausschuss und am 11.07.2019 im Rat der Gemeinde Kalletal beraten. (Vorlage71/2019)

Der Antrag zum Bau eines Kunstrasenplatzes in Langenholzhausen aufgrund eines Ratsbeschlusses vom 14.06.2018 in Rahmen des Städtebauförderprogramms „ Investitionspakt Integration im Quartier NRW 2018“  und ein Antrag aufgrund des Ratsbeschlusses vom 18.09.2018 zur Förderung “Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport ,Jugend ,Kultur“ bei einem Eigenanteil von 120.000 Euro sind inzwischen (wie zu erwarten) negativ beschieden.

Die im Haushaltsplan 2019/2020 veranschlagten Eigenmittel von 120.000 Euro (Steuergelder der Kalletaler Bürger) könnten also eingespart werden, was ja durchaus Sinn ergibt.

Aber: In naher Zukunft stehen BM-Wahlen an!

Also schlägt der Bürgermeister in der Vorlage 71/2019 vor, die Mittel im Haushalt zu belassen und einen neuen Antrag für das Programm“ Moderne Sportstätte 2022“ zu stellen. Der Standort des Kunstrasenplatzes soll später vom Rat bestimmt werden.

Die CDU wollte die Mittel einsparen. Der Bürgermeister fand das gar nicht toll.

Vermutlich passt das nicht gut in sein Wahlkampfkonzept!

Der frühere CDU- und neuerdings SPD-Bürgermeisterkandidat warb sehr intensiv für den Verbleib der Gelder im Haushaltsplan mit der Begründung, dass doch in Kürze Anträge von Vereinen kommen könnten, z.B. der SG Kalldorf. Die x-fache Erwähnung der SG Kalldorf durch den BM machte nachdenklich, überzeugte aber scheinbar auch die Mehrheit im Rat und so stimmte dieser dem Beschlussvorschlag des Bürgermeisters mehrheitlich zu.   

Natürlich rein zufällig kommt kurze Zeit später die Meldung in der LZ:  

Kalldorf vor dem Trümmerhaufen: „Scherben-Rasen“ muss komplett runter

Nachtigall, ick hör dir trapsen, oder - hat der Wahlkampf des Bürgermeisters begonnen?

Was sagen wohl die anderen Kalletaler Vereine zu einem neuen Kunstrasenplatz (mit Microplastik) -rein zufällig in Kalldorf??? (HB04082019)

 

 

Balkongespräche Juli 2019

Was haben Steingärten mit Grillen zu tun?

Sonntag der 28. Juli 2019, 11:00 Uhr. Familienfrühstück.

Auf dem Balkon laufen wegen der außergewöhnlichen Temperaturen bereits zwei Kühlschränke. Einer für Getränke (Prosecco, Wasser, Säfte und auf Wunsch der Enkelkinder Cocunut-Water für Mia-Chantal - macht angeblich schlank - und verschiedene Dosen Energy Drinks für Nico Luis. Im zweiten Kühlschrank stehen die Frühstücksspeisen bereit, die Oma Lieschen schon seit 9:00 Uhr fertig hat.

Klaus-Wolfgang : Solche Bullenhitze wie letzte Woche hab' ich schon lange nicht erlebt.

Lieschen: Darum habe ich ja alles gekühlt, das wird sonst so schnell schlecht.

Regina-Beate: Ich hab' das Gefühl, der Schotter-Steingarten unter unserem Balkon hat sich in der Sonne richtig aufgeheizt. Das wirkt wie die Steine im Saunaofen.

Philipp-Rene: Das ist so! Als hier noch der alte Ahornbaum stand, war das einige Grad kühler bei solcher Wetterlage. Aber unser Hauswirt wollte ja keine Blätter mehr haben.

Klaus-Wolfgang: Früher wurde unten im Garten auch schon mal gegrillt, das ist aber auch vorbei, seitdem es da aussieht wie in der Steinwüste.

Lieschen: Sieht nicht gut aus, aber ist kurzfristig pflegeleicht. Angeblich später nicht mehr.

Nico-Luis: Wenn der alte Ahornbaum hier noch wäre, brauchten wir jetzt keinen Strom für den Kühlschrank.

 

Philipp-Rene: Ja, darum haben die im letzten Ausschuss für Planen und Bauen am 04.07.2019 über die Steingärten diskutiert und beraten. „Bündnis 90/ Die Grünen“ hatten u.a. folgenden Antrag gestellt:

Die Verwaltung der Gemeinde Kalletal wird beauftragt bei Bauleitplanungen folgende Festsetzungen zu treffen:

Nicht überbaubare sowie überbaubare, aber nicht bebaute Grundstücksflächen sind gärtnerisch anzulegen und dauerhaft zu unterhalten. Die Anlage und flächige Abdeckung von gärtnerisch anzulegenden Flächen mit Mineralstoffen (Kies, Wasserbausteine o.ä.; „Steingärten) oder Kunststoffen ist – außer für Wege und Zufahrten - ausgeschlossen.

Mein Kumpel, der schon länger sachkundiger Bürger ist, war allerding auch erstaunt, dass die Verfasserin der Vorlage zu diesem Tagesordnungspunkt nicht darauf hingewiesen hat, dass in vielen vorhandenen Bebauungsplänen Festsetzungen zum Pflanzen von Bäumen, Hecken usw. vorhanden sind, die nur umgesetzt werden müssen.

Nico-Luis: Und was hat der Fachausschuss zu diesem Antrag beschlossen?

Philipp-Rene: Dem ehemaligen CDU-ler aus Bavenhausen (inzwischen FMK) ging dieser Antrag viel zu weit. Er sprach vom Grundrecht auf Gestaltung des Grundstücks und bezeichnete den Antrag der Grünen als „Enteignung“. Die CDU fand den Antrag ebenfalls nicht gut. Der Bürgermeister und die Fachbereichsleitung äußerten sich gar nicht, auch nicht positiv und - auch nicht zu den schon vorhandenen Bestimmungen. Der Antrag wurde bei 5 Ja- und 8 Nein- Stimmen abgelehnt.

Mia-Chantal: Ich finde das schlimm. Wir haben uns in der Schule damit beschäftigt. Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich haben aufgezeigt, dass die wirksamste Waffe gegen den Klimawandel das Pflanzen von Bäumen ist. Wenn der von der CDU unterstützte Bürgermeister und die Fachbereichsleitung von den Grünen nicht einmal die schon beschlossenen Bestimmungen umsetzen, ist das ein Trauerspiel und hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun.

Philipp-Rene: Ich gebe dir ja recht, aber ein Bürgermeister ist immer im Wahlkampf.

Nico-Luis: Ich habe kürzlich folgende These gelesen:

Der Mensch grillt durch sein Verhalten die Natur.

Nun schlägt die Natur zurück, im Juli 2019 war es umgekehrt……

Klaus-Wolfgang: Steingärten, in denen nicht mal mehr einer grillen will, sind jedenfalls keine Lösung. (HB01082019)

 

 

 

 

Gedankensplitter Juli 2019 (1)

Verwaltungsspitze findet “ideales“ Bauland in Kalletal

In der Sitzung des Ausschusses für Planen und Bauen am 4. Juli 2019 stand die Schaffung von weiteren Baumöglichkeiten auf der Tagesordnung.  Dazu schlug die Verwaltung zwei Aufstellungsbeschlüsse für “Außenbereichssatzungen“ in Eichholz und Niedermeien vor.

Liebe LeserInnen, Sie haben sich nicht verlesen, dieser Vorschlag kommt nicht aus der Politik, der kommt tatsächlich aus der Verwaltung. Einen Antragsteller benennt die Verwaltung nicht, der Nachweis des Bedarfs (etwa durch erheblichen Bevölkerungszuwachs oder Ähnliches) fehlt in den Vorlagen ebenfalls.

Angeblich belegt die stete Nachfrage einiger Grundstückseigentümer, auf den Flächen Wohnzwecken dienende Vorhaben bauen zu wollen, zusätzlichen Wohnraumbedarf in Hohenhausen. Aber wie kommt man da auf Eichholz? Für Hohenhausen liegen fertige Bebauungspläne in der Schublade. In Niedermeien leitet die Verwaltungsspitze aus der X‘ten Nachfrage eines Eigentümers einen Wohnraumbedarf im südlichen Kalletal her. Auch hier gibt es z.B. in Bavenhausen fix und fertige Bebauungspläne. Wie kommt man da auf Niedermeien? Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Kalletal stellt die Flächen von Eichholz und Niedermeien als Nutzung für die Landwirtschaft bzw. als Waldflächen dar. Aufgrund der vorhandenen Gegebenheiten also nicht gerade Wohnbau-Entwicklungsschwerpunkte.

Beiden Vorlagen ist Folgendes zu entnehmen: Die Gemeinde ist bestrebt ist, für die Deckung des Wohnbedarfs erforderliche Flächen mit Blick auf die städtebauliche Entwicklung und Ordnung zur Verfügung zu stellen. Dabei soll ein sparsamer und effizienter Flächenverbrauch unter Nutzung vorhandener Infrastruktur angestrebt werden.

Was hat die Ausweisung weiterer Baumöglichkeiten in Eichholz und Niedermeien mit städtebaulicher Ordnung zu tun? Welche Infrastruktur soll genutzt werden Im tiefen „Außenbereich“ in Eichholz gibt es immerhin noch eine Möglichkeit an das Kanalnetz über Druckpumpen anzuschließen, in Niedermeien ist nicht einmal das vorhanden. In beiden Bereichen gibt es keinen Kindergarten, keine Schule, keine Einkaufsmöglichkeit, keinen Arzt, keine Apotheke usw. usw…….. also 0,0 Infrastruktur.

Kann das wirklich sein, dass so eine Gemeinde sich gleichzeitig als Vorbild für Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Schutz des Außenbereichs und… und.. darstellt? Mit städtebaulicher Ordnung und Nachhaltigkeit hat das - außer in Kalletal - nichts zu tun.

Umso erstaunlicher sind die Abstimmungsergebnisse im Ausschuss für Planen und Bauen am 4. Juli 2019 .

Schwamm der Vertreter den Grünen beim Thema Eichholz noch auf der Umweltschutz- und Flächensparwelle und war dagegen, so war derselbe Grüne (ohne Begründung, also warum auch immer) bei Niedermeien dafür. Auch bei den anderen Parteien war keine Linie zu erkennen.

Ergebnis: Eichholz           : 4 dafür, 6 dagegen,  3 Enthaltungen

              Niedermeien      : 12 dafür, 1 Enthaltung

ERGO:  Wer kennt wen? Wer ……………........... - Ein Schelm, wer...... (HB08072019)

 

 

Waldbaden - neuer Trend im Tourismus

 

Kalletal ist natürlich dabei

Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen

Die Japaner schwören schon seit den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts auf „Shinrin-yoku“, das „Wald(luft)bad, es soll Stress abbauen, entspannen und die Gesundheit fördern. Das kann sich jeder Waldspaziergänger gut vorstellen und auch nachvollziehen. Das Rascheln der Blätter, der zum Laufen so angenehme Waldboden, das Licht, das immer wieder neue Effekte zaubert – das ist schon Entschleunigung vom hektischen Alltag. Sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken, hier werden alle Sinne angeregt.

Bevor der Wald zum Sehnsuchtsort wurde, hat er in unserem Kulturkreis eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Tacitus schrieb einst über den schaurigen deutschen Wald, in deutschen Märchen tummeln sich Hexen, Geister und böse Tiere im dunklen Wald. Jagdszenen spielen sich ab. Erst Ende des 18. Jahrhunderts stellen Romantiker, wie etwa Joseph von Eichendorff die Schönheit des Waldes in den Mittelpunkt von Gedichten.

Dass der Wald obendrein natürlich auch Holzlieferant war und ist, soll auch nicht verschwiegen werden. Doch nun schlagen pfiffige Touristiker in Deutschland ein neues Kapitel auf: Innerhalb kurzer Zeit entstand eine Flut von Angeboten zum Waldbaden. Coaches und Therapeuten greifen diesen Trend ebenfalls dankbar auf.

Heringsdorf auf Usedom eröffnete im September 2017 nach eigenen Angaben „Europas ersten Kur- & Heilwald“, andere Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern wollen ebenfalls Angebote kreieren.  Schwarzwald, Lüneburger Heide, Taunus, Tegernsee oder Frankenwald - alle werben mit Wäldern zum Baden. Klar, dass auch Kalletal nicht fehlen darf! Schließlich hat die Bauamtsleitung lange bekannte Daten nachgelesen und festgestellt, dass 28 Prozent der Gemeindefläche aus Wald besteht und sechs Prozent davon (das ist relativ neu!) unter Naturschutz stehen (Nordlippischer Anzeiger vom 12.01.2019) Da muss doch eine Gemeinde mit einer über Jahrzehnte ausgeprägten touristischen Infrastruktur etwas daraus machen können, oder?

Der Bürgermeister will eine „Marke für Kalletal“ entwickeln und plant den ersten Waldbade-Pfad bis Ende dieses Jahres. Die zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus hat daraufhin den Bade-Selbstversuch unternommen und eine 4,4 Kilometer lange Strecke zwischen Heidelbeck und Asendorf unter die Füße genommen, wobei sie (laut LZ vom 12. Mai 2019) darauf verweist, dass die eigentliche Route noch nicht ausgearbeitet ist. Dreh- und Angelpunkt soll aber scheinbar das geschlossene Wald- und Forstmuseum sein. Man muss allerdings kein Prophet sein, um zu behaupten, dass sich dort bis Ende dieses Jahres gar nichts tut… Nun denn: „Ansonsten gäbe es Richtung Asendorf mit Rhabarberfeldern und ausgedehnten Waldflächen sowie bereits ausgezeichneten Wanderwegen ideale Voraussetzungen für den künftigen Rundweg „Waldbaden“.“ (O-Ton aus LZ)

 

Rharbarberfelder? Hoffentlich im Bio-Anbau bewirtschaftet …! Das ist jedenfalls eine interessante Aufgabe für die angehende Gesundheitsmanagerin, die das Thema „Waldbaden“ für Kalletal wissenschaftlich begleiten und den nachgesagten Heileffekten bei Bluthochdruck, Krebs und psychischen Erkrankungen nachgehen will.

Mittlerweile gibt es überwältigend viele Untersuchungen, einfach mal im Internet „Indikationen Waldbaden“ eingeben, Sie werden staunen.

Mit der Untersuchung Waldbaden in Rhabarberfelder hat Kalletal aber sicher ein Alleinstellungsmerkmal.

Für Fördergelder sorgt der ehemalige Landrat und derzeitige Naturpark-Bundesverbandsvertreter. Das muss doch einfach ein Erfolg werden - und Kalletal endlich zu einer touristischen Marke!

Oder sieht da jemand den Wald vor lauter Bäumen nicht…? (ED19062019)

 

 

 

Gedankensplitter Juni 2019

Weitsicht

Neue Rettungswache für Hohenhausen. Diese Information bekamen die Damen und Herren des Rates der Gemeinde Kalletal in der Sitzung am 23.05.2019 vom Fachdienstleiter Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe. (die regionale Presse berichtete darüber)

Die jetzige Rettungswache an der Feuerwache Hohenhausen mit guter Anbindung über die Herforder Straße ist „in die Jahre gekommen“ und muss entsprechend der derzeitigen Hygiene-Anforderungen hergerichtet werden. Auch der Sanitärbereich entspricht nicht mehr den geforderten Standards.

Die Erhaltung und Anpassung der Rettungswache und damit auch die Sicherung der Notversorgung von Kalletal sind sehr zu begrüßen.

Dieses Ziel wäre sicher auch am jetzigen Standort zu erreichen. Die Kombination mit der Feuerwache, der zentrale Standort und die gute Verkehrsanbindung über die weniger frequentierte Herforder Straße haben sich bewährt.

Nunmehr ist ein Neubau vorgesehen und die Verlegung des Standorts auf den Kinderspielpatz in der Nähe der Tankstelle an der vielbefahrenen B 238 (Rintelner Straße).

Durch diese Standortverlegung werden Ortsteile wie Harkemissen/Bentorf und Talle nicht unbedingt schneller erreicht, andere Ortsteile werden unter Umständen profitieren. Die verkehrliche Anbindung an dieser Stelle der B 238 erscheint auf den ersten Blick auch nicht besonders günstig.

 

Mit dieser Standortwahl hat der Kreis Lippe jedoch wahrscheinlich sehr weitsichtig gehandelt. Zumindest wenn die im Landesstraßenbedarfsplan NRW (2011) in Stufe 1 geplante Querspange zwischen der Landesstraße L861 (Hohenhauser Straße) und der B 238 (Rintelner Straße) zeitnah gebaut wird. Die Gemeinde hat sich schon vor längerer Zeit die ersten Grundstücke für dieses Vorhaben gesichert. Der Anschluss der Landstraße an die B 238 ist ebenfalls im Bereich des vorhandenen Kinderspielplatzes vorgesehen. Bei guter Planung werden sich beide Projekte sicher auf dem Grundstück unterbringen lassen und die Eigentümer werden vermutlich auch nichts gegen die Umwandlung ihres Grundstücks vom Kinderspielplatz in Bauland haben.

Die Kosten der gesamten Maßnahme trägt der Kreis Lippe (refinanziert durch die Krankenkassenbeiträge aller Bürger), die Gemeinde Kalletal ist da (mit Ausnahme des „Ersatzspielplatzes“) außen vor. Doch was wird aus der alten Rettungswache? Ob es da auch schon weitsichtig agierende Personen und Interessen gibt? Wir von „unverkehrt.de“ können uns das gut vorstellen. Ob’s auch Ratsmitglieder gibt, die die Nachtigall trapsen hören… (UB02062019)

 

 

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